Triplenews

Vorletztes Wochenende kulminierten die Ereignisse. Von dreien, die untereinander zu tun haben, wird hier berichtet.

Zunächst darf wohl erwähnt werden, dass wir in den letzten Wochen mit Iranischer Kundschaft zu tun hatten, ein wirklich angenehmer Neuzugang. Die Sache hatte eine jahrelange Vorgeschichte. Vor vier Jahren waren zwei Tübingen Brüder durch den Iran geradelt auf ihrem Weg nach Südostasien http://www.radnabel.com/atl-auf-weltreise/ . Dort freundeten sie sich an mit Roozbeh, der seither den Wunsch hegte, einmal einen falter sein Eigen zu nennen. Nun war die Zeit dafür reif, der sechswöchige Jahresurlaub wurde investiert. Erst hatte Roozbeh geplant, den Heimweg zu radeln. Doch Orbans Ungarn, sowie Rumänien ließen ihn nicht passieren. So gab‘s eine Rest-Europa-Tour mit Rückkehr nach Tübingen gerade rechtzeitig, dass Roozbeh mitkommen konnte nach Germersheim zur SPEZI, wo wir seinen falter frisch geputzt ausstellten. Weil Mannheim in der Nähe liegt, gab‘s am Tag zuvor den fälligen Huldigungs-Besuch bei der dortigen Drais-Ausstellung
200-Jahre-Fahrrad .

Damit sind die drei Themen genannt:
– Irankundschaft
– Karl Drais und die Folgen
– Spezi 2017

Zum Ersten: sehr angenehmer, manierlicher Kerl, der Roozbeh. Wir hatten im Vorfeld in monatelangem Mailkontakt alle Details seines Wunsch-falters geklärt. Dabei – und mehr noch, als er hier war – habe ich manches dazugelernt über sein Land, und gleichzeitig einiges nachgelesen darüber. Weltanschauliches wurde weitgehend ausgespart, dies scheint die Strategie zu sein, in dem dortigen Regime klarzukommen. Es gibt nun eine fast nicht auszuschlagende Einladung, Roozbeh bald einen Gegenbesuch in seiner Heimat abzustatten mit von ihm geführter Radtour durch sein Land. Ich habe Skrupel. So sehr ich inzwischen sehe, wie die Anti-Iran-Kampagnen von USA und Israel von schnöden Eigeninteressen geleitet sind, habe ich doch große Vorbehalte, mich in dieses Land zu begeben. Aus ganz privatem Grund: dem Umgang dieses Regimes mit Homosexuellen, die grundsätzlich mit dem Tod durch Erhängen bestraft werden. Unvergessen die öffentliche Ermordung zweier Minderjähriger 2005 (siehe: https://de.wikipedia.org/wiki/Mahmoud_Asgari_und_Ayaz_Marhoni . Es gibt Videos von deren Hinrichtung, so grausig!).

Zum Zweiten, verbunden mit Erstem: Für Roozbeh war die Ausstellung in Mannheim – dort die ersten Fahrräder zu sehen, deren erster Anfang sich genau dort ereignete – ein echtes Erlebnis. Wir hatten das Glück, einer Führung beizuwohnen, ich übersetzte so gut es ging ins Englische. Einmal kam die Rede darauf, dass ja im Iran noch heute Frauen das Radfahren verwehrt sei. Ich übersetzte, und nachts darauf übermittelte Roozbeh diese Begebenheit elektronisch in die Heimat. Vormittags danach berichtete er von Hunderten Reposts, in denen Iranerinnen aufgebracht kundtaten: „aber wir radeln trotzdem!“. Die Geschichte des Fahrrads begann bekanntlich 1817 in Mannheim mit der Erfindung der Laufmaschine durch Karl Drais. Die ersten Fahrversuche machte er im dortigen Schlossgarten, seine erste Ausfahrt auf der gut ausgebauten Traversale Richtung Schwetzingen. Erst neulich wurde ich auf die Biografie über Drais aufmerksam, die der verehrte Hans-Erhard Lessing bereits 2003 vorlegte, sein „Halb-Lebenswerk“. Lessings „Das Fahrradbuch“ von 1978 war seinerzeit Beistand bei der Entscheidung für mein eigenes Fahrrad-Engagement, sowie in der Anfangszeit der Firma wichtiger Wegbegleiter. Vor ein paar Jahren erhielt ich tatsächlich einen Anruf von Lessing in der Werkstatt, der mich einigermaßen mit Stolz erfüllte. Ich arbeite mich nun seit Wochen durch diese Biografie, über 500 Seiten.

Hans-Erhard Lessing
Automobilität
Karl Drais und die unglaublichen Anfänge
Verlag Maxi Kutschera
ISBN 3-931965-22-8

Erstaunlich, wie viel noch überliefert ist von damals, Lessing druckt unendlich viele Faksimile ab. Noch erstaunlicher, wie rasch sich die Draisinen in ganz Europa und den USA verbreiteten. Allerdings hatte Drais monetär fast nichts davon, denn es gab damals praktisch noch keinen Patentschutz. Erstaunlich zB auch, wie Drais später während seines achtjährigen Brasilien-Aufenthalts auf die Umweltzerstörung durch den Goldgräber-Tagebau aufmerksam machte – schon damals! Neu vor allem die Erkenntnis, dass Drais eben nicht dieser verschrobene Nichtsnutz war, der verarmt im Alkoholismus endete. Lessing dokumentiert haarklein, dass dieses Drais-Bild kolportiert wurde, nachdem Drais in der Badischen Revolution 1849 öffentlich seinen Adelstitel abgelegt hatte: nicht mehr Freiherr Karl Drais von Sauerbronn, Patenkind des ehemaligen Herrschers. Er wurde daraufhin von der Obrigkeit gemobbt, die solche Gerüchte streute. Seine Pension wurde einbehalten, was er noch zwei Jahre überlebte.

Herr Lessing wird mir nachsehen, dass ich versuche mitzuhelfen, dass sein Resümee der Drais-Biografie Verbreitung findet, Richtigstellungen:

Zum Dritten: In Germersheim stellten wir dieses Jahr aus:

– den zuletztverkauften Rohloff-Scheibenbrems-klassik, inzwischen Standard,

– den ersten Breitreifen-BEATL, der immer noch nicht seine 45km/h-Zulassung hat, einfach weil das Projekt über den Winter ruhte,

– den zuletztverkauften Scheibenbrems-falter, eben den von Roozbeh nach dessen sechswöchiger Rest-Europa-Tour.

Die Stimmung war diesmal wie gewandelt. Zunächst mal: was ein klasse Team! Zu fünft: bequem, um sich am Stand abzuwechseln, der Chef mit vier seiner Kundenfreunde, die sich da freiwillig mit hinstellten: wo gibt‘s denn sowas nochmal!


Peter – Roozbeh – Ewald – Chef – Gerd

(oder das Cheffle, wie der Ralf mich gerne nannte mit „ff“: das das Geld cheffelt, oder Chäffle: das immer schafft)

Seit Jahren befremdet ein zunehmender Trend, im Drais-Jahr wird der vollends merkwürdig: zum 200-Jährigen des Zweirads stehen da fast nur noch Dreiräder, Trikes, Velomobile. Voll akzeptiert, zum einen als Lastenräder oder für Behinderte, zum andern, dass man sowas Aerodynamisches im flachen Holland und in Norddeutschland bevorzugt. Aber was sollen diese schweren Ungetüme im Bergigen? Was ist aus den eigentlichen (Einspur-) Liegerädern geworden. Radnabels Erklärungsversuch geht so: Es hat sich herausgestellt, dass herkömmliche, rein sportlichen Kurzlieger, Tieflieger, Snakes usw. nur zum Schnellfahren und zu sonst wenig zu gebrauchen sind. Jetzt wird endlich wahrgenommen, dass die Radnäbel wirklich taugen im Alltag. Das aktuelle Werbesprüchlein lautet denn auch: „unser Sport: alltäglich ein wenig die Welt retten“.

Das ist die eine Seite des aktuellen Flyers, die andere geht so .

Muss ich erwähnen, dass ich mit dem, was üblicherweise als Sport verstanden wird, nichts zu tun haben will: Doping, Werbeverträge, Fußballclubs als börsennotierte Konzerne, Männer-Konkurrenzspielchen – und Frauen tun‘s ihnen nach, deutsche Kultsportarten wie in Stinkern im Kringel brettern, Fechten – ein Tötungsritus, oder der Gipfel: Biathlon: Skifahren + Schießen – wie pervers. Alles Zeugs, was die Welt wirklich nicht weiter bringt. Nein, wir machen unseren Sport im Alltag. Dazu taugen die Alltagslieger, das wird offenbar allmählich verstanden. Das Publikumsinteresse war diesmal überwältigend. Andauernd gab es mehrere Beratungen gleichzeitig.

Gleiche Kernaussage, verschiedene Lösungsansätze

Fahrradstadt Tübingen“: zunächst (zeitlich) Radnabel, dann SON, jetzt BFO, also „Liege“-Räder, Fahrrad-Beleuchtung und -Bremsen, jeweilst vom Feinsten. Heute hier im Blättle über die noch recht neuen Bremsen-Entwickler und -Hersteller. Das Fahrrad-ABS kommt also auch von hier (aber das gab‘s doch schon mal?).
bfo
Im Artikel gelb unterlegt die Kernaussage: „Fahrräder haben eigentlich einen sauschlechten Schwerpunkt“. Da sind wir ganz beieinander – und kommen zu unterschiedlichen Lösungen. Klar, die Burschen kommen vom Sportrad, da ist die „klassische“ Fahrradgeometrie alternativlose heilige Kuh. Da bleibt dann nur ABS als nachgelagertes Flickwerk. Unser Ansatz dagegen, altbekannt und in aller Kürze: langer Radstand + (relativ) tiefer Sitz + Vornelenker, da braucht es – eigentlich – kein ABS, das Blockieren beider Räder ist gefahrlos möglich.

Glückwunsch zum Fahrrad-ABS, die Normal-E-Biker werden‘s danken. Also, nix dagegen, aber was gegen den hohen Schwerpunkt des „Normal“-Rades,
drei Bemerkungen:
a) Solange der hohe Schwerpunkt bleibt, begrenzt das ABS auf eine moderate Bremsleistung. Die Liegergeometrie – vielleicht ja eines Tages auch mit ABS – lässt eine höhere Bremsleistung zu.
b) Keine Abhilfe schafft ABS beim übersehenen Schlagloch. Passiert, und beim „Hochrad“ mit fatalen Folgen – zu oft.
c) Schnelle Elektro-Hochräder sind eine gefährliche Fehlkonstruktion – auch mit ABS.


Nachtrag am 16.11.2016:

Die letzte Aussage ist keineswegs so dahingeschrieben. Es soll 2015 in Deutschland bei E-Bike-Unfällen ca. 60 Tote gegeben haben (Tipp: Suche mit „statistik unfall elektrorad“). Man bekommt dort regelmäßig zu lesen: „Auf abschüssiger Fahrbahn…, aus ungeklärten Gründen). Dabei wäre der Grund in vielen Fällen leicht zu nennen: Überbremsen + Überschlag + Abgang über den Lenker: Kopf voraus. Klar, ABS könnte da in vielen Fällen abhelfen, aber eben nicht in allen (s.o.).

Die schwachen Bremsen von früher haben ja zur klassischen Rahmengeometrie gepasst, da ging Blockieren schlicht nicht, und die schwachen Bremsen haben zu den damals niedrigen Geschwindigkeiten gepasst. Die heutigen Bremsen sind einfach zu kräftig für diese althergebrachte Radgeometrie. Es ist ja gut, dass es jetzt befriedigend wirkende Bremsen gibt. Nur passt dazu eben diese Radgeometrie nicht mehr.

Laut Aussage eines Kollegen sollen mit herkömmlicher Fahrradgeometrie Bremsverzögerungen von ca. 0,5g erreichbar sein, mit der Geometrie eines Langliegers dagegen ca. 1,0g: das Doppelte. Der Bremsweg des Langliegers ist also halb so lang wie der des Normalrads (Tipp: fundierte Arbeiten zu diesem Thema mit Suche: „bremsverzögerung schwerpunkt überschlag“).

Kultobjekte

Neunhundert, also dreißig mal 30 Jahre Radnabel. Macht den Hauch einer Vorstellung über die Dauer eines Jahrtausends. Die Christen waren erst halb so alt, die Evangelen gab’s die halbe Zeit noch gar nicht, Fahrräder vier-Fünftel davon noch nicht, usw…

Das Jubiläum wurde bereits im Mai in bescheidenem Rahmen begangen. Nun ist dieses bei weitem nicht nur monetär wertvolle Jubiläumsgeschenk von Wilfrieds Firma SON fertiggestellt und in Empfang genommen: dreißig E-Delux-Scheinwerfer mit Jubiläumsgravur, Wahnsinn! Bevor es die nun in die Welt verstreut, muss ein historisches Bild mit noch allen beieinander festgehalten sein. Es dürfte schwer werden, sie noch einmal alle zusammen zu bringen.
30_x_30j_fake
Die limitierte Sonderlinge gehen jetzt auf Reise in die Radnabelwelt. Die meisten davon sind vergeben, für „Teuergeld“: auf der einen Seite als Wertanlage, Sammlerstück, Spekulationsobjekt, auf der anderen, um mit dem Erwerb die immer klamme Firma zu unterstützen. Es werden aber auch ein paar an für die Firma ganz Wichtige (wirklich: ganz Wichtige!) als Geschenk weitergereicht.
Und es hat noch einen Rest „käuflicher“ E-deluxe. Bei Interesse: Modalitäten erfragen. Grundvoraussetztung ist allerdings, bereits einen Radnabel sein Eigen nennen zu können, logisch.

Wieder einer: geklaut!

Gestern Nach hier in Tübingen. Steckbrief:

Baujahr 2000, kurzer Rahmen mit Rahmennummer 960718, Farben: Gelbgrün (RAL 6018) / Rapsgelb (RAL 1021). Hier eine Abbildung im nagelneuen Zustand. Das Rad wurde später „upgegraded“ mit der Rohloff 016343.

Aus diesem Anlass wieder eine aktualisierte Geklaut-Liste:

klassik

900501
910308
910317
920705
920714
930149
930150
960700
960703
960718 mit Rohloff 016343 silber

falter

13/13
31/31    mit Rohloff 072856 silber

 

Faltscharnierverschlussexzenterhebel

Und das war dann auch noch. We proudly present, jetzt aus eigener Herstellung:

falters Faltscharnierverschlussexzenterhebel (was ein Wort)

Bis jetzt haben wir als Scharnierverschlüsse Exzenterhebel zugekauft. Danach waren die noch aufwendig abzuändern. Es war seit Jahren klar, dass die Bezugsquelle versiegen wird und wir bis dahin einen Ersatz finden mussten, wenn das „Produkt falter“ weiter existieren sollte. Wir haben uns umgesehen, dabei wurde klar, wir werden künftig eigene Exzenterhebel herstellen. Erste Versuchs-Prototypen gab es seit zwei Jahren. Und bald wurde klar, wie die letztendlich aussehen sollten.

Kürzlich ging der letzte falter mit alten Zukauf-Hebeln hinaus ins Leben. Einen Tag später begann ein einwöchiger Aufenthalt in Oberursel bei Freund+Kollegen+Kunden Gerd. Dort entstand mit Hilfe wiederum von Gerds Kollegen vor Ort die Nullserie: großer Kollegendank den beiden! Wieder zuhause gab es noch einige Nacharbeit und die Serienvorbereitung.

faltscharnierverschlusshebel

Jetzt haben wir die Dinger. Wir sind froh, überhaupt einen gangbaren Weg zur Herstellung solcher Hebel gefunden zu haben. Und deren eher feinmechanische Fertigung ist nun tatsächlich im eigenen Betrieb möglich – mit vertretbarem Zeitaufwand.

Die neuen Hebeleinheiten sind komplett aus Niro: keine nachträgliche Oberflächenbehandlung. Was die Klemmschienen betrifft, ersetzen wir Alu durch (Niro-) Stahl, das baut kleiner.

Dies ist wieder ein kleines Lehrstück dafür, dass das kleine Faltmaß des falter bei weitem nicht zu erzielen wäre, wäre dessen Hauptmaterial (der Rahmen) Alu anstatt Stahl. Alles müsste größer/dicker ausgelegt – aufgeblasen – sein, das Faltmaß wäre entsprechend größer. Konkret: die obere Klemmschiene des unteren Scharniers hat bei Kettenschaltung ein Kollisionsproblem mit dem Umwerfer (welcher über die Gewindeöse im Rahmenoberrohr indirekt befestigt wird). Der muss dadurch recht hoch angebracht werden. Das bedeutet wiederum recht große, sportliche Kettenblätter. Jetzt kommt der Umwerfer immerhin 4 mm tiefer.

Geht’s noch besser?

Eine Schnell-Info, weil keine Zeit für Ausführliches – was durchaus angemessen wäre. Es gibt Ergebnisse der Winter-„Forschung“ vorzustellen. In zeitlicher Reihenfolge:


Da war zunächst auf besonderen Kundenwunsch hin der erste Breitreifen-klassik. Nein, keine Sorge, wir glauben versprechen zu können, dass es niemals einen fat-atl geben wird! Wir hören bei 60 Millimetern Reifenbreite auf. Das sieht dann so aus und ist natürlich in Straßenbahn-Städten nicht verkehrt.
klassik-scheiben_breitreifen
Den breiten Hinterbau gab’s schon früher ab und wann, das war kein großer Entwicklungsaufwand. Die Breitgabel dagegen war diesen Winter eine Neuentwicklung inkl allen Arbeitsschritten und Vorrichtungen. Es ist eine Passepartout-Gabel entstanden für alle aktuellen Anwendungen inkl Scheibenbremsen oder Nabenmotor.


Dem Breit-atl auf dem Fuße folgte eine wahrscheinliche Weltpremiere, der atl-E-falter (vorläufiger Arbeitsname, vielleicht wird der dann „die“ Radnabel-EFA), ein motorisiertes + faltbares Liegerad mit voller Alltagstauglichkeit: „Was die Welt nicht braucht, wir haben das“ – meinten wir, während der Entwicklerei daran für einen Einzelkunden, der nicht locker ließ. Inzwischen gibt’s aber auch dafür schon ein paar Folgeanfragen, mal schauen.

fa_bafang_b

 


Vorläufig nur ein Photoshop-Fake, an dem uns aber einiges liegt:
beatl_scheiben_breitreifen
So müsste ein seriöses 45km/h-Elektrorad auf dem Stand der Technik aussehen. Mit effektiven Bremsen, die man auch nutzen kann, ohne zu überbremsen. Und mit den breiten Reifen eben. So ein Fahrzeug ist ja eher schon Mofa als Fahrrad. Für sowas müsste eigentlich eine Serienzulassung möglich sein…

Martin Wolf

genauer:

Martin Richard Wolf
Wolframsraße 26
70191 Stuttgart
0151/53135500
martinwolf1818@web.de

Damit sind nun die Daten dieses Herrn öffentlich gemacht, dem – angeblich – dieses Testrad abhanden kam (News vom Mai 26: „Cheflieger weg„.

Für uns ist der Zusammenstoß mit so einem etwas Neues. Solche Subjekte verirren sich sonst nicht hier her. Wahrscheinlich ist da draußen so ein Verhalten längst normal, Kohls „geistig-moralische Wende“ ist angekommen. Bei uns hier geht sowas garnicht.

Eine Chronologie der Ereignisse:

Sa. 9.Mai 2015
O.g. Herr leiht sich unter dem Vorwand konkreten Kaufinteresses unser langes klassik-Testrad aus für übers Wochenende. Er fragt noch, was denn wäre, wenn ihm das Rad abhanden käme. Es gibt Zeugen seiner Inbesitznahme (Unterschied: Besitz / Eigentum).

Mo. 11.Mai 2015
Gegen Mittag befinden sich zwei Anrufe auf dem Firmen-AB. Der erste vom Polizeipräsidium Stuttgart enthält die Nachricht, dass der Herr soeben den Diebstahl des Testrades angezeigt habe. Im zweiten äußert der Herr selber sein Bedauern über das Missgeschick.

Di. 19. Mai 2015 (sehr wahrscheinlich)
Der Herr taucht noch einmal in der Werkstatt auf, um sein zurückgelassenes Normalorad wieder in Besitz zu nehmen. Äußert wiederum wortreich Bedauern, übergibt ein Trostpäckle, enthaltend ein Messing-Elefäntle aus wohl indischer Massenproduktion, sowie das da:
danke
Verschwindet und ward nicht mehr gesehen.

DO. 21.Mai 2015
Diese letzte Begebenheit muss ich zwei Tage wirken lassen. Dann ist diese Mail fällig:
11
Es kommt keine Reaktion – später wird der Herr behaupten, diese Mail sei nicht angekommen. Uns dämmert langsam, dass wir gerade eine neuartige Erfahrung machen.

Di. 2.Juni 20105
Nun besorge ich vom Stuttgarter Polizeipräsidium die Bestätigung, dass das Abhandenkommen unseres Testrades tatsächlich von dem Herrn angezeigt worden war, der Beweis, dass dies geschah, während das Testrad unter seiner Obhut stand. Und somit der Beweis für eine Wiedergutmachungspflicht durch den Herrn:
121ST_0831361_2015_Bescheinigung_ueber_Erstattung_einer_Anzei

Mo. 8. Juni 2015
Mit diesem Datum geht folgender Einschreibe-Brief an den Herrn, den ein befreundeter Herr Anwalt vorformulierte, nachdem er sich der Sachlage klar geworden war:

Martin Wolf_8.6.15
Tage später ruft der Herr zurück, versucht verstört zu wirken, fast beleidigt. Tenor: das wäre jetzt schon arg lästig, wenn wir nun in dieser Sache Anwälte verdienen lassen täten. Er hätte ja andauernd sowas: Aha! Ich wundere mich, wie streng ich mit so einem sein kann am Telefon. Ich bestehe auf die im Brief vorgeschlagene Summe. Da gibt es nichts zu verhandeln.

Wochen später kommt der letzte Anruf des Herrn: Er habe sich inzwischen mit seinem Anwalt besprochen. Der meint: klar, es gäbe eine Wiedergutmachungspflicht. Der Herr selber daraufhin: Zu dumm, dass das Rad ja jetzt weg sei, jetzt könne man ja schwerlich noch dessen Wert schätzen. Da könnten wir jetzt prozessieren so lange wir eben können. Und er habe übrigens eine Rechtsschutzversicherung.

Mit so einer Äußerung hat sich einer selber für mich als nicht mehr existent gebrandmarkt. Höchsttsrafe: Nichtmehr-Beachtung. Und doch muss ich mich heftig an die Zügel nehmen, um die Abscheu gegen so ein Subjekt nicht freien Lauf zu lassen. Auf der anderen Seite tun mir solche leid: Wie kann denn einer, der mit seinen Zeitgenossen so umgeht, selber Freunde haben, gute Freunde?? Bei dem Wenigen, was ich über ihn weiß, ist der Eindruck, er scheint ein „Einzelkämpfer“ zu sein. Gut vorstellbar, dass, wenn er das hier je einmal ließt, ihn das große Heulen überkommt.

Jetzt ist also die Identität des Herrn öffentlich. Alles hier Berichtete ist die Wahrheit. Diese zu verbreiten wird einen niemand hindern können. Ich tue das völlig „wertfrei“, ohne jede Absicht. Dereinoderdieandere wird das als Warnung verstehen, sich mit dem Herrn besser nicht einzulassen. Klar ist, hier wird niemand zu irgendwelchen Handlungen aufgerufen. Natürlich kann ich niemand daran hindern, dem Herrn die Meinung zu geigen (die Adresse ist übrigens nicht weit vom Stuttgarter Hauptbahnhof). Wir bereden hier seither öfter diese Begebenheiten. Da kommt dann schon auch so eine Info zurück: Man kenne welche, die welche kennen, die sowas ohne Anwalt regeln, da fehle dann schon mal ein Finger, allerdings nicht bevor Dereinoderandere – einer nach dem andern – gebrochen waren.

Letzteres wird gewiss nie zu den hier favorisierten Methoden aufsteigen. Hier war bislang ein solidarischer Umgang immer vorausgesetzt. So soll es bleiben, auch nach diesem Aufeinandertreffen mit der „normalen“ Welt. Eigentlich sollte dem Herr nun dämmern, was zu tun ist.

Die Preise

Und die Nächste. Eine von den Wichtigen: Die Preise werden erhöht. Diesmal richtig!

Das ist das Fazit dieses Turbo-Dreivierteljahres: Durchgeschafft wie blöde, und wieder bleibt kein Geld übrig. So ist das einfach nicht nachhaltig, wenn man vom neue-Maschinen-Anschaffen sowieso nur träumen kann, es nicht mal für den Ersatz von nötigsten Werkzeug reicht.

Wir zehren hier seit vielen Jahren an der Substanz. Neulich legte mir ein Kundenfreund und Handwerkerkollege das wieder einmal nahe: Man muss einfach das verlangen, was man braucht. Wenn man permanent zu wenig einnimmt, worauf hofft man da? Dadurch wird nie die Herstellung preiswerter, weil so nie aktuelle Produktionsmethoden finanzierbar sind. So einsteht nur eine Spirale zu immer noch antiquierteren Herstellprozessen.

Die andere Seite ist halt: Ist unser Zeug so viel wert? Immer wieder, wenn wir uns diese Frage stellten, schwang dabei mit, dass wir eben sehr gerne diejenigen in den Genuss dieser tollen Räder kommen lassen wollten, denen das Überleben hier ein echtes Anliegen ist. Das sind eben selten die mit den dicken Geldbeuteln, denn sie verweigern sich eher diesen Schweinejobs, womit die „Schinken von morgen“ die Anständigen ausnehmen. Es war sowas wie ein Auflehnen gegen das, was im Deutschaufsatz zur Note ungenügend führt: Thema verfehlt, Zielgruppe verloren.

Jetzt knicken wir halt auch da endlich ein und geben zu: jawoll, versagt, künftig sind wir zu teuer für die Durchschnittlichen. Aber der eine Stolz bleibt, wird sogar größer: nochmal jawoll, unsere Räder sind das wert. Die sind nicht nur aufwendig hierzulande hergestellt („mit allen Konsequenzen“, wie ein lieber Kollege schon vor über zwanzig Jahren sagte – und kurze Zeit später den Beruf wechselte), die sind eben auch so besonders, so aufwendig hergestellt, so ausgereift, ausgefuchst und tauglich, die dürfen das sehr wohl kosten, was sie ab sofort kosten. Die sind das wert.

Und doch kann auch weiterhin die Frage gestellt werden, ob nicht nach wie vor auch für die lieben „Durchschnittlichen“ die einmalige Riesen-Ausgabe für so ein Fahrzeug sich rechnet. Dann nämlich, wenn sie ihre Mobilität ganz ohne eigenes Automobil bestreiten. Und genau das geht prächtig mit den Alltags-Liegern.

Cheflieger weg!

Nächste news, weiter geht’s im Mitteilungsdrang: was ärgerliches, merkwürdiges, unnötiges…

Da hat neulich ein Interessent unseren einen Test-klassik, dem Chef seinen eigenen, ausgeliehen bekommen. Der kam nicht mehr wieder: (angeblich) geklaut am Montag 11.5. in Bad Cannstatt direkt an der Stadtkirche. Dort, wo der im früheren Leben schon ab und wann gestanden hat, als der Chef sein Geld noch mit „Kirchenbeschallen“ verdiente. Nun war’s das sehr wahrscheinlich mit diesem Rad. Wenn’s denn stimmt, was der Herr Interessent behauptet, war es gut abgeschlossen. Dann muss wohl ein Profi das Schloss geknackt haben. Und der wird wissen, wie man so’n Rad nie mehr auftauchen lässt.

Der Herr hatte sich sehr ausführlich beraten lassen, bevor er mit dem Testrad entschwand. Eigentlich war die Bestellung schon fest. Als er eine gute Woche nach dem vermeintlichen Diebstahl hier sein eigenes Rad wieder abholte, war von zweierlei nicht die Rede:
– Vom perfekt machen der Bestellung,
sowie – und das war dann im Nachhinein doch befremdlich:
– Mit keinem Wort war von Wiedergutmachung die Rede.
Nach einer Bedenkzeit habe ich inzwischen eine solche schriftlich von ihm eingefordert, bislang ohne Reaktion.

Naja, schauen wir, wie sich die Angelegenheit weiter entwickelt. Gegebenenfalls werden Maßnahmen einzuleiten sein. Es gibt Zeugen der Inbesitznahme des Rades hier. Und es gibt als weiteren Zeugen den Polizisten, bei dem der Herr den (angeblichen) Diebstahl zur Anzeige brachte – ordentlich eigentlich. Ich bin momentan hin und her gerissen, was von dem Herrn zu halten ist. Wünschte mir, alles löste sich in Wohlgefallen auf.

Auf alle Fälle hier der Aufruf an die Community: Augen auf nach unserem Rad!
Steckbrief:

Radnabel atl-klassik (All-Tags-Lieger)
Rahmenlänge: lang
Rahmennummer: 960700, unten am Tretlagerrohr
Rahmenfarbe: tannengrün, Ral 6009, Aufschrift: www.radnabel.de in
hellgrün
Ausstattung: Kettenschaltung
Tretkurbeleinheit: Specialité TA 60-??-40 Zähne
VR: SON-Nabendynamo mit Trommelbremse-Eigenbau-Prototyp
HR: Trommelbremsnabe mit Schraubkranz 7-fach 12-32 Zähne
Spezialität: Prototyp eines faltbaren Sitzes

Bild:

960700

Siehe auch: „Cheflieger gemopst?

Anmerkungen:
Der war also schon mal weg. Er hatte damals noch eine andere Farbe, und er war teilweise anders ausgerüstet. Seine Rahmennummer steht seit damals fälschlicherweise in der Geklaut-Liste – jetzt stimmt das wieder: endlich!

Erneut eine Liste der Geklauten, so, wie sie die Kundendatei heute ausspuckt (ohne Gewähr einer Vollständigkeit):

klassik

900501
910308
910317
920705
920714
930149
930150
960700
960703

falter

13/13
31/31

Einlenken II: E-Mobilität doch ok??

Es wäre mir wirklich eine Erleichterung, wenn diese hier zu beschreibende neue Erkenntnis tatsächlich zuträfe. So ganz überzeugt bin ich noch nicht.

Diese news knüpft an an diejenige vom Januar 17, 2013
Wieder etwas Erschütterndes zur E-Mobilität
Das Thema dort war die Gretchenfrage zur E-Mobilität:

Wieviel Herstellenergie steckt bereits im Akku?

Die damalige Erkenntnis fundierte meine anhaltende Skepsis gegenüber dieser Technologie. Mit der nun erlangten Erkenntnis darf ich diese anscheinend aufgeben. Der Fortgang der Geschichte seit damals:

Ich hatte den Spiegelredakteur Schnibben bereits zweimal um eine Bestätigung ersucht, dass seine 2013 genannten 10.000 Liter Benzin Herstellenergie für einen E-Smart-Akku tatsächlich korrekt sei, zweimal ohne Antwort. Da schrieb Schnibben neulich einen interessanten Artikel – offenbar im Zusammenhang mit einer Kampagne, die die Printmedien derzeit führen gegen ihr schlechtes Image, Stichworte: Lügenpresse, gekaufte Journalisten… (evtl gibt’s dazu beizeiten eine eigene Verlautbarung). In diesem Artikel wird u.a. beschrieben, wie genau eine eigene Dokumentationsabteilung auf Richtigkeit prüft, bevor etwas zum Druck gelangt. Dachte, das will ich jetzt aber nochmal genau wissen und schrieb erneut, ein Auszug:
________________________________________________________________
Sehr geehrter Herr Schnibben,

aller guten Dinge sind drei: mein wohl letzter Versuch, eine Antwort von Ihnen zu erhalte. Mag sein, dass meine zwei vorangegangenen Mails – gesendet an die Redaktion mit Bitte um Weiterleitung – Sie nie erreichten. Nun, nachdem diese im Spiegel 10/2015 stand, schreibe ich an Ihre direkte Mailadresse. Ihre dortige Erwähnung der Spiegel-Dokumentationsabteilung hat mich ermutigt, doch noch einmal nachzuhaken. Meine Nachfrage hat exakt mit der Arbeit derselben zu tun:

Im Spiegel 2/2013 war Ihre „Homestory“ zur E-Mobilität zu lesen. Darin stand folgender Satz:
„Vor allem die Batterie ist ein Umweltdesaster: Ihre Herstellung verschlingt so viel Energie, wie in 10.000 Liter Benzin steckt“
Für mich als Fahrradbauer, der fortwährend die Richtigkeit seines Tuns hinterfragt, eine bemerkenswerte Aussage. Wenn diese Zahl einigermaßen stimmt, bedeutet sie – zuendegedacht – das absehbare Ende der Massen-Automobilität. (…).

Die Menge der in Akkus bereits bei der Herstellung versenkten Energie ist entscheidend, ob eine Massen-E-Mobilität vom Stromnetz zu stemmen ist. Diese Thematik wird in den Medien weitgehend übergangen. Ich habe selber eine Zeit lang intensiver im www nach entsprechenden Zahlen gesucht. Es war fast nichts zu finden. Mir sind lediglich „vom Hörensagen“ Zahlen bekannt, die sich mit der Ihrigen decken. Im Netz tatsächlich zu finden waren nur Zahlen, die um das Zwanzigfache kleiner waren als Ihre. Allerdings darf man deren Veröffentlicher wohl einer Pro-E-Mobilität-Lobby zuordnen.

Es ist klar, was ich Sie nach Ihrem Artikel im Spiegel 10/2015  ein drittes Mal  fragen muss:
Ist der oben zitierte Satz aus Ihrer Homestory im Spiegel 2/2013 zu halten?
Wurde der Sachverhalt von der Spiegel-Dokumentationsabteilung überprüft und so freigegeben?
Lässt sich das Zustandekommen dieser Zahl dokumentieren?
Oder war diese Zahl doch nur mal eben flapsig hingeschrieben worden – und ist der Spiegel-Dokumentationsabteilung versehentlich „durch die Lappen“ gegangen?

Ich hoffe sehr auf eine Antwort. Sie gäbe Aufschluss darüber, ob ein wesentlicher Teil unserer Wirtschaft in eine fatal falsche Richtung läuft – oder eben auch nicht. (…).

(…).

ich grüße freundlich, Dieter Baumann
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Diesmal kam umgehend Antwort:
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Lieber Herr Baumann,

so, jetzt haben zwei Kollegen sich der Sache noch mal angenommen. Die Zahl „10000 Liter Benzin“ stammt aus dem Buch „Ökofimmel“ von Alexander Neubacher, S.59. Das war seinerzeit die Quelle. Nach Berechnungen der beiden Kollegen ist sie allerdings deutlich zu hoch.

Sie haben in verschiedenen Quellen folgendes gefunden:

Auf
http://www.zeit.de/mobilitaet/2014-01/elektroauto-energiebilanz/seite-2
haben Sie zudem folgendes gefunden:
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Kumulierter Energieaufwand (KEA) einer Lithium-Manganoxid-Batterie:
83,5 GJ????Forschungsstelle für Energiewirtschaft, Endbericht der Forschungsstelle für  ?????Energiewirtschaft e.V. (FfE) zum Projekt: eFlott. Wissenschaftliche Analysen zur ????Elektromobilität. S. 175.

12800 Wh / kg Benzin??http://www.umweltbewusst-heizen.de/verkehr/Elektrofahrzeuge/Batterie/
????Energiedichte/Energiedichte-Akku.html

1 GJ ≈ 278 kWh??http://de.wikipedia.org/wiki/Gr%C3%B6%C3%9Fenordnung_%28Energie%29

1 Liter Benzin ≈ 750 g
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83,5 x 278 kWh  =  23.213 kWh
23.213 kWh / 12,8 kWh  =  1813,5
1813,5 kg Benzin   ≈  2418 l Benzin

André Geicke, 9. April 2015
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„Das IFEU in Heidelberg gibt ungefähre Werte heraus: Demnach kann man für eine Kilowattstunde Batteriekapazität etwa 125 Kilogramm CO2-Emissionen ansetzen. Bei der Produktion des Nissan-Leaf-Stromspeichers mit 24 Kilowattstunden fallen also drei Tonnen CO2 an.“

Bei der Verbrennung von 1 Liter Benzin werden 2,333 kg CO2 freigesetzt.

3 Tonnen sind 3000 kg, lt. IFEU sind bei der Herstellung des Stromspeichers umgerechnet 1285 Liter Benzin benötigt worden, also auch deutlich weniger als die 10000 Liter im SPIEGEL.

Ich hoffe, dass hilft Ihnen weiter. Und entschuldigen Sie bitte nochmals, dass Ihre Anfrage nicht beantwortet wurde.

Schöne Grüße!
Cordt Schnibben
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Großes Lob für einen, der hier einen Fehler eingesteht!

Naja, so richtig nachvollziehen kann ich nicht alles. Vor allem kann unser mac hier den Mittelteil, ein „docx“ nur mit diesen Hieroglyphen „?“ und „%“ öffnen. Wenn ich es richtig verstehe, verkleinern sich die 10.000 Liter um das 8-fache, also fast eine Zehnerpotenz. Dann würden sich meine Zahl 12,5 Liter Benzin-Äquvivalen auf 100 Kilometer durch die Energie-“Abschreibung” des Akkus um das 8-fache verringern auf ca. 1,6 Liter. Der Energieverbrauch eines E-Smart wären dann diese 1,6 Liter + der Ladestrom. Dann wären wir in der Gegend von 2 Litern auf 100 km, das wäre ok.

Das Fazit dann wäre: allein vom Energieverbrauch her betrachtet ginge die E-Mobilität in Ordnung. Dann dürfte ich endlich meinen Widerstand gegen diese Technik aufgeben. Dann könnten wir wirklich guten Gewissens unsere BEATLs vertreiben.

Noch bleiben Zweifel. Die letzte Auslassung in meinem Brief an Herrn Schnibben ging so:
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(…). Dennoch, ich denke, eine Debatte über die Herstellenergie von Akkus wäre eine wichtige, die öffentlich geführt gehört. Drum möchte ich anregen, der Spiegel möge dieser Frage einmal auf den Grund gehen (wie kommt man an Stromrechnungen von Akku-Herstellern?). Vielleicht bringen Sie diesen Vorschlag ein in einer Redaktionskonferenz?
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