Wie schräg: Weniger Arbeiten?

Ein weiterer Fernsehtipp, und zwar für Mittwoch 31.10. um 22:30 auf WDR, Wiederholung an Freitag 2.11. ca. 14 Uhr, für Nachzügler als Podcast unter http://www.wdr.de/tv/menschen-hautnah . Die Sendereihe heißt „Menschen hautnah“, soll recht populär sein, mit hoher Qualität. Besagte Folge widmet sich einem Freund und Kunden, der einen bemerkenswerten Lebensweg eingeschlagen hat, um Radnabel geht’s dabei diesmal nur am Rande. Der Axel war zunächst als Kontrabassist in einem führenden Kulturorchester tätig in einer Stellung, die viele ein Lebenlang nicht erreichen. Es befriedigte ihn aber nicht lange, nur „Taste auf der Klaviatur“ launiger Dirigenten zu sein, wie er sich einmal ausdrückte. So kam er nach Tübingen, um Medizin zu studieren. Damals – muss an die 30 Jahre her sein – haben wir uns schon ein wenig kennengelernt. Später eröffnete er zusammen mit seiner Frau eine Praxis für Allgemeinmedizin und hatte bald den Ruf eines besonders fähigen, menschlichen und beliebten Hausarztes. So wurde er auch der Arzt meines Vertrauens, und ich wurde sein Fahrradbauer. Viele Jahre hat er seine Hausbesuche komplett mit dem atl bewältigt, Arztkoffer vorne unter die Haube und los (sein befreundeter Arztnachbar tat’s ihm bald gleich. Warum sind die beiden eigentlich bislang die einzigen geblieben, die erkannt haben, wie gut das geht?). Vor gut fünf Jahren vollzog der Axel die nächste Wende in seinem Erwerbsleben: er stellte dieses schlicht ein! Darum geht es nun in dieser Sendung. Mit 50 in den „Ruhestand“, Platz machen für den Arztnachwuchs, sich künftig mit viel weniger Geld begnügen. Es war die Zeit, bevor die Hartz-Doktrie das Land in Würgegriff nahm. Nicht dass Axel jetzt nichts mehr tat, nein: er schrieb ein erstes Buch übers weniger arbeiten, jetzt, wo endlich Maschinen die stumpfsinnigen Arbeiten erledigen konnten. Sehr zum Lesen empfohlen dieses Buch, der pure Gegenentwurf zur jetzt praktizierten Arbeitspolitik, habe beim Lesen viel gelernt. Bin stolzer Besitzer eines der wenigen im Eigenverlag hergestellten Urbücher, die noch den ursprünglichen Titel trugen: „Die verlorene Tugendhaftigkeit der Arbeit“. Den Titel kassierte später der Verleger zu Ungunsten von „Die Kunst, weniger zu arbeiten“ (Axel Braig und Ulrich Renz, Argon-Verlag, ISBN 3-87024-541-7). Das Urbuch schenkte mir Axel, weil ihn, wie er sagte, mein Tun ein Stück weit zu seinem Ausstieg ermuntert hat. Dies ist nun eine Sache, die wir immer mal wieder versuchen, auszudiskutieren. Wenn ich Axel richtig verstehe, nahm er sich dabei die Tatsache zum Vorbild, dass ich tue, was ich will. Da ist ja was dran, die Arbeit hier ist wirklich selbstbestimmt, ursprünglich, vielseitig und was weiß ich alles, macht jedenfalls für sich genommen einfach Spaß. Und doch ist das nur der angenehme Nebeneffekt des Eigentlichen: was ich tue ist, was ich für richtig halte, und das ist ein großer Unterschied zu „ich tue, was ich will“. Ich habe mit den Rädern etwas gefunden, wovon ich denke, es muss getan werden. Dieses Thema ist vielleicht mal später eine eigene news wert, zurück zu Axel. Bei seiner Arbeitskritik gibt’s keine Meinungsunterschiede. Vielleicht könnte man noch aktuell ergänzen, dass die jetzt grassierende Arbreitswut einhergeht mit Umweltzerstörung, Energievergeudung und dem Klimawandel: Es ist doch so offensichtlich, dass diese Global-Turbo-Wirtschaft genau die falsche Strategie ist, um noch zu retten, was noch zu retten ist… Aber lassen wir den Axel selber zu Wort kommen in diesem Filmportrait. Seit seiner „Pensionierung“ hat er noch so manches unternommen. Er erzählt, gefilmt hätten sie ihn recht ausführlich mit einem seiner Radnäbel (ein wirklich guter Kunde hat längst mindestens zwei). Leider war’s sein 15-jähriger Oldtimer, nicht mehr ganz repräsentativ, fährt aber wie eh und je.

Fahrradhelm und atl, past das zusammen?

Seit Tagen findet im Leserforum der hiesigen Lokalzeitung ein Schlagabtausch um das Fahrradhelmtragen statt. Ausgelöst hat ihn eine gute Bekannte, die sich darüber beschwerte, dass in Berichten über Fahrradunfälle mit schöner Regelmäßigkeit genüsslich sachlich konstatiert wird, dass die RadlerINNEN wieder mal keinen Helm trugen, wenn dem so war. Radnabel mischte nun mit, hier der Beitrag: „Die Debatte beschränkt sich bisher auf gefährliche „Hochräder“, die eigentlich längst überholt sind. Zugegeben, hier betreibt der örtliche „Sesselrad“-Hersteller einmal mehr Lobbyarbeit, er darf das: es dient der Wahrheitsfindung. Die bald 20-jährige Erfahrung mit unserer – auch zugegeben – überschaubaren Kundschaft, zu der dafür enger Kontakt besteht, verzeichnet keinen einzigen Sturz, der im Krankenhaus geendet wäre. Wohl sind bald alle unserer KundINNen mal geflogen (meist auf glitschigem Untergrund, wenn die Räder ausbrachen). Das endete für gewöhnlich glimpflich auf dem Hinterteil. In den meisten Gefahrensituationen steigt man/frau instinktiv voll in die Eisen (geht ohne Kopfübersturz dank des tieferen Schwerpunkts und des weit vorn angeordneten Vorderrads), stemmt sich mit den Händen gegen den (klassisch) vorn angeordneten Lenker, sowie mit beiden Füßen auf die Fahrbahn (geht ebenfalls wegen des niederen Sitzens) und kommt so bei unerreicht kurzem Bremsweg sicher zum Stehen. Oft haben wir den Eindruck, andere Verkehrsteilnehmer empfinden unser Verhalten im Verkehr als ungebührlich riskant, ist es nicht: wir haben’s im Griff! Unsereins genießt es, sich sommers barhäuptig der Sonne hinzugeben (zum Radeln in der nassen Jahreszeit haben wir andere Antworten zur Genüge). Meine bescheidene private Drohung besteht: Käme einmal eine Fahrrad-Helmpflicht, ich stiege sofort um: auf’s Motorrad!“

Ein Beispiel-Wochenende

Wie der Radnabel-Chef seine Wochenenden durchbringt, wenn er ausnahmsweise nicht durchschafft: Nicht wirklich weltbewegend, aber das vorletzte Wochenende war doch so ein Volltreffer, da mache ich doch gern ein bissle neidisch. Es begann freitagmorgens mit der Auslieferung von gleich zwei faltern an ein in der HPV-Scene recht bekanntes Pärchen inkl. Simultan-Faltkurs in der Sonne auf unserem Jakobsweg-Kirchen-Vorplatz gleich gegenüber. Am Nachmittag gings dann per Zug nach Stuttgart. Immer mal wieder holt mich mein früheres Leben ein. Lange vorm Euro war mein DM-Suchgerät mein Fagott, man konnte damals in den 70/80ern üppig fündig werden. War ein angenehmes Leben, sponsered by Staat + Kirche. Man musste nur zweierlei, mit beidem hatte ich immer schon Schwierigkeiten: die richtigen Töne spielen und nicht weiter nachdenken. Oder man sollte wenigstens den Mund halten, dies nicht zu tun, übe ich immer noch. Irgendwann fiel mir auf, dass ich nur noch zu Regierungs + Gottes Lob in der Karre saß, da darf man sich bei den Schaustellern einreihen: fahrendes Volk eben. Und damals wurden mir Fahrräder wichtig, so zog ich mich allmählich aus dem Musikbetrieb zurück. Den letzten Bruch gab’s allerdings erst vor wenigen Jahren. Und dann, wenn sie mit Konzertreisen winken, kommt man halt doch wieder ins Wanken. Und so trifft man mich jetzt doch wieder – vertretbar selten – beim „Kirchenbeschallen“. Im Zug dabei waren also: heiliger gefalteter Ur-falter + Delfin-Verkleidung, darin Fagott, Noten, Notenständer, kleine Version der Konzertverkleidung und das Wenige, was man für ein schönes Radelwochenende so braucht. Vom Stuttgarter HBF gings radelnd weiter durch die grüne Lunge hintenrum auf den noblen Killesberg ins Chorheim (ein Benisch-Bau wie der „neue“ Bonner Bundestag) eines nicht unbedeutenden Knabenchors, sympathische zweite Bundesliga, würde ich sagen, denn ihr hohes Niveau erzielen die auch ohne extensiven Bildzeitungs-tauglichen Drill. Nach der Probe beschaulicher Biergartenabend in Cannstadt, dem schöneren und ältesten Teil der Stadt. Dort auf dem Heimweg noch die Daimler-Gedenkstätte entdeckt, seine Originalwerkstatt, wo das ganze Unheil begann – sicher von ihm so nicht gewollt. Prächtig gelegen, mitten im Park, sieht aus, als sei da von vornherein viel Geld im Spiel gewesen. Für samstagabend stand ein Konzert in Heilbronn an. Bis dahin den ganzen Tag Zeit für eine der schönsten Raderlebnisse seit langem: immer dem Neckar nach, der schlängelt sich da gemächlich durch’s Ländle, sodass man sich einen gemütlichen Tag lang mit der eher kurzen Luftliniendistanz beschäftigen kann. Aber mindestens eine wenn nicht die Perle im Schwabenland, dieser Neckarabschnitt: überall „Drogenanbau“, allerorten war man gerade an der Weinlese. Meist gibt’s da unten nur schmale Wirtschaftswege, inzwischen gut als Fahrradwege ausgeschildert, und: traumhaftes Frühherbstwetter. Zwischenstopp in Schillers Marbach, dem pferdefreien (die Queen: „…and where are the horses??“). Mittagsmahl auf dem Marktplatz von Besigheim, umgeben von feinstem Fachwerk. Was das Neckartal in diesem Abschnitt allerdings auch birgt, ist ein Gutteil unserer Noch-Energieversorgung: Irgendwann habe ich aufgehört, die Kohlekraftwerke zu zählen, ein Ur-Schwerölkraftwerk war auch noch drunter. Und dann ging’s ganz dicht vorbei an Neckarwestheim I + II. Die einzige Wolke weit und breit, was den Kühltürmen da kilometerhoch entströmte, ein unheimeliges Gefühl erzeugend, dabei ist das eigentlich Unheimliche garnicht zu sehen! Vor lauter „ja nicht zu spät kommen“ viel zu früh in Heilbronn, dem damals völlig kriegszerstörten. Dort sitzt der Fahrradbauer dann abends in der (ähnlich der Dresdener Frauenkirche wiederaufgebauten) ersten Kirche am Platz und gibt bei einer kammermusikalischen Zwischenmusik (damit die Jungs sich erholen können) den versierten Fagott-Profi. Was ein erhebender Rollenwechsel: „hier die Noten, spiel mal“! Irgendwie ging’s, wie in alten Zeiten. Kurz vor Torschluss und jwd dann doch noch ein Hotelzimmerchen gefunden, Berührung mit der normalen Welt: umgeben von Monteuren, die in wichtiger Mission beim Audi-Werk im nahen Neckarsulm hier abgestiegen waren. Folgte der Sonntag, noch ein Radler-Traum-Tag: Schon lange war Hesses Maulbronn auf meiner Wunschliste. Als ehemaliger Bebenhausen-Schlossbewohner wollte ich dieses noch Größere, noch Bedeutendere, und außerdem als Weltkulturerbe geführte doch endlich mal gesehen haben. Der Weg dorthin führt durchs Kraichgau, einer Hügellandschaft, wie das Neckartal vom Weinbau geprägt, in jedem zweiten Ort ein Weinfest. Lange Zeit grüßte noch die Neckarwestheimer Gruselwolke von Ferne. Sehr glücklich war ich in dieser Gegend mit meinen Karten, den Freizeitkarten vom Landesvermessungsamt Baden-Württemberg, sie leiteten mich fernab des MIV-Getümmels beschaulich durch diese stille Kulturlandschaft. Endlich mal in Maulbronn zu sein, war dann schon ergreifend, auch wenn meine betagte Mutter am nächsten Tag meinte, Bebenhausen sei doch viel ursprünglicher. Den amerikanisch/japanischen Kaffee+Kuchen-Trubel dort muss man nicht gutheißen. Eigentlich war mein Plan, dort in unsere „Kulturbahn“ zu steigen und bequem heimzuzügeln. Aber es war noch früher Mittag, und bei dem Königswetter jetzt schon in ein geschlossenes Zugabteil zu hocken, konnte ich mir nicht antun, also erst mal weiter bis Pforzheim. Das war dann schon fast daheim, und ich bekam Schwierigkeiten, jetzt diesen Riesen-Umweg per Bahn über Horb zu nehmen. Es war erst 1/2 fünf, also: einen Gang höher schalten und vollends durch per Muskelkraft. Sind dann schon noch 80km, aber das idyllische Würmtal war schon lange nicht mehr dran, also gib ihm. Wollte aber vor Dunkelheit zuhause sein, da gibt’s einen Grund, gleich mehr. Kurz in Keplers Weil-der-Stadt gegrüßt und weiter, Sindelfingen, schnell durch’s Daimler-Areal, dann Böblingen. Hätten wir’s vorher gewusst, hätt’s dort ein Wiedersehen mit ’nem ganz Lieben geben können. So war’s halt ’ne Woche später – und wieder viel zu kurz. Schon in der Dämmerung ging’s in den altbekannten Schönbuch. Da wollte ich eben vor Dunkelheit durch sein, um nicht nochmal sowas zu erleben wie vor Jahren. Dies ist nun der Kurzbericht über den zweiten und – bisher – letzten spektakulären Liegeradsturz meinerseits: War seinerzeit auf dem Heimweg von einer Böblingen-Mugge (=Musikers-Gelegenheits-Geschäft), war schon kurz vor der Geisterstunde. Hatte an den Tagen davor nach den Proben schon immer die Wildschweine da im Goldersbachtal bei ihrem Ausgang gesichtet. In dieser letzten Nacht nun, nach dem Konzert, wollte ich einfach nur noch heim. Gab entsprechend Gummi, was kümmern mich die Säue! An der gleichen Stelle sind sie diese Nacht wieder. Und als ich sie gerade bemerke, kriegt eine Panik, schießt aus dem Graben und erwischt mich so, dass sie wohl unter meinem Rad durchgeprescht ist. Ich sehe mich noch wie bei Asterix in 90 Grad Schräglage durch die Luft fliegen, danach endloses Gerutsche auf dem Splitt, komme endlich zum Liegen, rieche Wildschweinduft und höre da hinten wildes Geschnaube. „Nix wie weg hier“ war mein einziger Gedanke, erst einen Kilometer weiter begann ich mich zu sortieren: blauer Fleck am Schenkel, der mich noch wochenlang an diese Begegnung erinnerte, muss wohl der Lenker gewesen sein den ich mir da reingerammt habe, sonst nix! Hatte der Kühle wegen das Verkleidungscape über, der Splitt konnte diesem nichts anhaben, nur am Grundbrett des Verkleidungs-Vorderteils war eine Ecke angebrochen. Dieses Mal keine Säue, hab’s geschafft: mit Sonnenuntergang um 1/2 acht daheim. Leute, so geht Mobilität auch. PS: das alles war natürlich Dienstreise, steuerlich voll absetzbar, gell.

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Liegeradlers Glaubensfragen

Das kennen wir ja ziemlich gut: Da steht man hinter den Maschinen hier in der Werkstatt – dem Nabel der Fahrradwelt, und tagelang verirrt sich kein einziger Zeitgenosse hier herein. Da fragt man sich schon mal: Was treibt die eigentlich um, dass sie es einfach nicht erkennen: das hier schlummernde Potential zur Lösung der größten Menschheitsprobleme aller Zeiten, die da unserer harren. Und dann gibt’s auch immer wieder sowas: Da steigt weit hinter Wien ein Jungbauer in den Nachtzug, um gestern morgen nach 15 Stunden hier am Ziel seiner Wallfahrt anzukommen. Trotz österreichischem „Generalimporteur“ war es ihm wichtig, einmal selber hierher zu kommen, um die vielen Details zu verstehen und direkt mit uns zu reden. Wir sind solche weiten Anreisen ja ein bissle gewohnt, und wir haben es sehr gerne, wenn wir unsere potentielle Kundschaft persönlich kennenlernen und uns direkt und ohne Zeitdruck austauschen können. Passenderweise war gestern hier nicht wirklich Dringendes zu erledigen, so wurde es diesmal ein ausgiebiger Austausch mit längerer Ausfahrt und Abschiedsbier. Nun, bis hier her ist das sicher noch keine „news“ wert. Die mitteilenswerte Essenz dieses Besuchs scheint mir die zu sein. In der Liegeradbranche gibt es ja die klassischen zwei Glaubensfragen: „Lenker oben oder unten“ und „langer oder kurzer Radstand“. (Glaubensfragen sind – das weiß man spätestens seit Bin Laden – solche, wofür man sich die Köpfe einschlagen muss, oder wo man sich – wenn’s den irgend geht – in Ruhe lassen muss. Zu diskutieren gibt’s da jedenfalls nichts, allenfalls über den Unsinn von Glauben schlechthin.) Auch wir haben unsere feste Ansicht in diesen beiden Glaubensfragen. Und mehr: wir glauben zu wissen, was richtig ist. Es gibt da nämlich doch Fakten, zB meinen doppelten Rippenbruch vor vielen Jahren beim „Abstieg“ von einem Untengelenkten bei 50km/h: Nässe, von den Pedalen abgerutscht, Füße fallen auf die Fahrbahn und werden von dieser nach hinten gezogen, dadurch wird der Oberkörper aus dem Sitz nach vorn gezogen, da gibt’s nun keinen Lenker zum Abstützen, also Bauchlandung auf der Fahrbahn, das geht so schnell! Fazit: Untenlenker = Fehlkonstruktion, basta. Der junge Herr nun schickt sich doch an, die Glaubensrichtung zu wechseln. So ein Konvertit ist höchst selten in der Scene – und entsprechend wertvoll, hat er doch Erfahrungen mit unterschiedlichen Liegeradkonzepten. Auf seinem Aussiedlerhof hat er alle technischen Möglichkeiten, so baut sich der junge Kerl seinen ersten Lieger selber. Sein Rad hat natürlich – wie üblich – kurzen Radstand und Untenlenker. Natürlich ist er nicht zufrieden damit. Und natürlich landet er nach längerem Suchen hier bei uns. Und nun setzt er sich hier auf unserer guten alten Test-atl und ist natürlich „verwundert“ (das ist wohl das richtige Wort) darüber, wie der abzieht und wie locker das Bergauffahren geht. Das klang gestern wie eine Neuigkeit, solange ist es her, dass das zuletzt einmal jemand bestätigt hat. Aber natürlich wissen wir das schon lange: ist beim Klassik unter Eigenschaften erklärt, warum das so ist.

Tour zum 21-Jährigen

Nachzutragen wäre noch, dass das Ergebnis unserer 20-er-Jubiläungstour im letzten Jahr war: da muss was folgen. Ist neulich erfolgt erfolgreich. Unter dem Motto „3×7=20+1“ ging’s über’s Himmelfahrtswochenende einmal entlang des deutschen Abschnitts der (leider) letzten verbliebenen innereuropäischen Grenze. Schweizer sagen ja mittlerweile, wenn sie über den Landweg ihr Land verlassen, sie gingen nach „Europa“. Beat, schweizer Freund und guter Kunde, hatte diese Route vorgeschlagen, und wir hatten sie schon im März vorauskundschaftet. Zwischen kurz hinter Bregenz und Basel ist es am südlichen Bodenseeufer und später dem Rhein einlang in erster Näherung einfach flach. Es sollte eine Genießertour werden, erklärtermaßen für alle. Somit war die Sportlerfraktion weitgehend erfolgreich abgeschreckt, Großfamilien und „gerne-auch-mal-Bummler“ waren ungestört. Es war wieder eine wohltuend entspannte Sache, auch wenn wir wieder ein schön gemischtes Grüppchen abgaben: vom Opa bis zum Kindergarten, von der Jugendtherapeutin bis zu höheren Töchtern, vom Rabiat-Öko bis zum Polizisten (und das kurz vor Heiligendamm). Längst nicht alle waren mit Radnäbeln unterwegs , da stehen wir drüber (stattlich war die Gruppe der Hase „Pino“s, den ultimativen Papa/Mama + Kind – Tandems). In mindestens drei Fällen zeichnet sich nun ab, dass es sich bald ändern könnte, das mit den „falschen Rädern“, so hätte sich dieses Wochenende richtig gelohnt. Geehrt hat uns die erneute Teilnahme der gesamten Prominenz der benachbarten Fahrradindustrie (siehe die Links), die Fa. Schmidt (SON-Dynamo) war stark vertreten, ebenso die Reutlinger Gustav Wernerstiftung, AWS (Verkleidungen) war sogar komplett dabei. Gefreut haben wir uns auch über die Chefriege des TAT, des Tübinger Arbeitslosen-Treffs. Insgesamt waren’s wieder so 30 Leute, das ist die Größe, die gerade noch geht, dass am Ende dann alle mal 5 Minuten miteinander geredet haben. Das Wetter am ersten Tag war so richtig im Geschmack von Alfreds AWS-Firma: nur einmal Regen von bis. Familie Radnabel verzog sich unter die Capes, singing in the rain. Die andern nahmen’s erstaunlich stoisch, muss man sagen. Die Landschaftsbeschreibungen überspringen wir hier, so wie früher beim Winnetou-Lesen: hinfahren und selberkuken. Erwähnenswert dagegen, dass wir diesmal zum ersten Mal das Schweizer Erfolgsprojekt „Schlafen im Stroh“ in Anspruch genommen haben. Sehr empfehlenswert: Schlafsack auf Decke auf Stroh, fertig. Das Schöne: jeder Hof macht’s auf seine Art, und bei der Verpflegung legen sie sich richtig ins Zeug. Bei Biowein von vor Ort haben wir denn auch nächteweise die Welt gerettet. Offenbar lässt es sich nun nicht mehr verhindern, dass die Radnabel-tours zur Institution werden, es gibt bereits zwei Nachfolgeprojekte. Noch diesen Herbst will uns der Jens seine Pfalz zeigen mit einer önologischen Tour, eine Zeitlang entlang der Weinstraße (Önologie sei die Lehre vom Weintrinken- oder so), aber dann auch ab in die Berge des Pfälzer Waldes. Und wie’s aussieht etabliert sich das Himmelfahrtswochenende als Fixtermin. Da könnten wir nächstes Jahr polizeigeführt im Fränkischen rund um Rothenburg unterwegs sein. Wer von außen Lust verspürt, mal mit dabeizusein und die Sektenmitglieder kennenzulernen, die an die Kraft durch Energiesparen glauben, soll’s kundtun, dann kommt, er/sie/es mit auf die Mailingliste. Sicher machen wir nicht nur so Opa-Touren wie diese eben: wir können auch anders!

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Polit-Polter (die zweite)

Super-Frühjahr 2007

PRIMA KLIMA – ENERGIE OHNE ENDE„, dieser Spot unserer neuen Werbeanzeigen könnte Sie hierher gelockt haben. Und nun sind Sie sicher neugierig, was das soll. Jawohl, wir reiten mit auf der Klimawelle: wir dürfen das. Seit Jahren ist dies unsere erste Werbekampagne. Denn wir weigern uns seit jeher, unsere Produkte wie allseits üblich zu bewerben mit Spaß, fun, action…, weil’s schlicht verlogen wäre. Werbung, die an die Vernunft appelliert, war aber lange chancenlos. Haben drum längere Zeit nicht mehr per teuren Anzeigen auf uns aufmerksam gemacht, sondern lieber abgewartet, wissend, dass die Zeit für uns arbeitet. Jetzt reden alle vom Klimaschock, freut uns insgeheim, da melden wir uns umgehend zurück. Dann ist jetzt wohl vollends klar, wie der Spot zu verstehen ist: wenn jemand schon lange weiß, dass er Recht hat, und so lange warten muss, bis man anfängt, ihm häppchenweise Recht zu geben, dann darf man dem auch mal so eine sarkastische Flapsigkeit nachsehen. Es ist sicher heilsam, dass viel zu lange hochgekochte „Problemchen“ wie Demographie, Rente, Arbeitsplätze endlich ihren wahren Stellenwert hinter dem Klimaproblem finden. Doch bleibt zu fragen: Ist das Klima denn wirklich das drängende, oder gibt es da ein noch deprimierenderes Problem, über das noch immer nicht die Wahrheit gesagt werden kann? Wie ist das denn mit den regenerativen Ersatzenergien, kriegen wir die noch so schnell hochgefahren wie jetzt erforderlich? Nun, machen wir’s kurz: die hier tiefer stehende, ebenso fett gedruckte Dauernews seit Sommer 2006 legt nahe, dass der Zeitpunkt wohl bereits verstrichen ist für einen schmerzfreien Umstieg auf diese Energieträger. Das heißt, auf uns wartet eine Ära des Energiemangels – mit allen Konsequenzen – , dadurch verschärft, dass der ungestüme Klimawandel uns zwingen wird, die restlichen fossilen Bestände ungenutzt und unberührt zu lassen. Und was macht die Politik, was ist passiert, seit der UN-Klimabericht die nächsten 13 Jahre als die entscheidenden postulierte? Bald ist ein halbes Jahr vergangen, außer Bewusstwerdung – sicher elementar wichtig – sind noch keine Weichenstellungen wahrnehmbar. Man darf getrost befürchten, dass die Politik am Klimaproblem versagen wird, müsste sie doch radikale Umkehr einleiten und beispielsweise vom gehätschelten Turbokapitalismus Abschied nehmen (dieser hat die Globalisierung „gemacht“, deren größtenteils kropfunnötige Warentransfers allein schon 1/10 des Energiekuchens vertilgen sollen). Beim „getrost Befürchten“ sollten wir’s diesmal aber nicht belassen und nicht nur zuschauen, wie die Politik versagt. Dieser Klima-Energie-Komplex – dieses denkbar unerotischste aller Themen – ist nun wirklich von existentieller Wichtigkeit. Diesmal sollten wir nicht mehr in der alt-„bewährten“ Strategie verhaften bleiben: „irgendwie wird’s schon gehen“, mit dieser haben wir uns genau hierher gebracht. Diesmal sollten wir uns tunlichst auf die sichere Seite begeben, denn solange auch nur die Chance besteht, dass es die Politik vergeigt, spielen wir mit dem Überleben richtig Vieler. Was bleibt zu tun? „SELBER SCHAUEN„, dieser zweite Spot unserer Anzeigen hat eine zweite Bedeutung: „was kann ICH tun?“. Sicher eine Menge, und plötzlich ist eine alte Tugend wieder aktuell. Ich kann ein Leben führen, das ich vor mir selbst verantworten kann, verbunden mit der Hoffnung, damit zur Nachahmung anzuregen und so Ungeahntes anzuschieben. Wenn die Politik hierzulande es immer noch scheut zu gestehen, dass Energieeffizienz alleine nicht mehr ausreicht und Verzicht auf Energieverbrauch unumgänglich ist: Dann lasst uns eben von alleine damit beginnen: mit dem Verzichten. Und wo? Die hiesige Mobilität schluckt angeblich „nur“ knapp 1/4 des Energiekuchens. Unterschlagen wird dabei stets der Anteil des industriellen Verbrauchs für die Herstellung der Mobile. Den eingerechnet sind wir eben doch bei der Hälfte von allem. Also eignet sich für uns – global gedacht, lokal gehandelt – als effektive Erstmaßnahme der Autoverzicht bestens. Diese Einsicht bei Ihnen zu festigen, ist das erste Ziel dieses Textes. Die Autofreiheit muss garnicht so weh tun, sie wird sogar neue Freuden bringen. Wer sie ohne unser Rad wagt und durchhält, genießt unsere Hochachtung. Mit einem Radnabel geht’s allerdings leichter, das wissen wir aus langem Selbstversuch und aus dem Feedback vieler glücklicher Kunden. Dabei kann dann doch wieder so etwas wie Genuss aufkommen. Sie dafür zu interessieren ist natürlich eigentliches Ziel dieses Textes.

Polit-Polter (die erste)

!seit Sommer 2006!

Fette Dauer-news mit Langzeitgültigkeit: Lange danach gesucht, neulich endlich geschenkt bekommen mit Widmung zum 20-Jährigen (news vom 22.06.2006): das neue Buch der Bücher, die Bibel nicht nur der Radnabel-Sekte und anderer Autofreier. Hatte schon länger erwogen, ob ich nicht besser statt immer noch (scheinbar) anachronistisch hierzulande teure Fahrräder zu bauen besser hätte ebendieses Buch schreiben sollen. Nochmal drumrum gekommen, und Richard Heinberg, Kanadier, Journalist, Sachbuchautor, Musiker, Professor, kann’s eh viel besser. Ist als interessierter Soziologe sozusagen vom Fach und hat von da aus konsequent weitergedacht. Hat so zu den richtigen Fragen gefunden und sich große Mühe gemacht, die gefundenen Antworten darzulegen und daraus die auf der Hand liegenden Konsequenzen herauszuarbeiten. Heinbergs Buch „THE PARTY’s OVER“ Untertitel: Das Ende der Ölvorräte und die Zukunft der industrialisierten Welt (Deutsche Fassung: Riemann Verlag München ISBN 3-570-50059-4) liest sich für mich wie 450 Seiten Werbung für unsere Räder. Und doch öffnen sich auch mir, den dieses Thema tagtäglich berufsbedingt begleitet, alle paar Seiten die Augen. So z.B., wenn er zunächst ganz allgemein erörtert, welche Bedeutung Energieflüsse in Ökosystemen haben. Oder, wenn er später den Zusammenhang von Verfügbarkeit von Energie und dem Entstehen und Zusammenbrechen von Großmächten untersucht. So arbeitet sich Heinberg über Grundlagen und Erdgeschichte allmählich zur Kernaussage seines Buches vor: Wir erleben ja zur Zeit diese „unerklärliche“ Explosion der Ölpreise (2002 war der nochmal unter 20$ / Barrel, nun, Mitte 2006 sind wir erstmals bei über 80$ /Barrel). Heinberg lässt hier die „Kassandras“ zu Wort kommen, jene, welche dem Trojanischen Vorbild gleich die Wahrheit vorhersagen, aber nicht gehört werden. Es sind v.A. abtrünnige, ehemalige Öl-Manager, die das Lügen satt haben. Sie verkünden hier: Wir erleben in diesen Jahren die historische Phase des Allzeit-Höchstförderung von Öl. Soviel wie jetzt wurde nie gefördert, aber mehr wird’s ab sofort nie mehr (glücklicherweise, sag‘ ich). Nein, die Öl-Förderkurve wird nun noch ’ne Weile auf diesem hohen Niveau dümpeln und danach in zunehmendem Maß nach unten zeigen. Das hat diese Ursachen: Schon lange werden nicht mehr wirklich bedeutende neue Ölfelder entdeckt. Die Suchmethoden sind längst so perfekt, dass da nix mehr verborgen bleibt. Die großen Ölfelder sind meist schon soweit erschöpft, dass das Fördern des Restöls immer aufwendiger, auch energieaufwendiger wird (hier muss ich nun – vielleicht etwas ungeschickt platziert – einen Kernbegriff des Buchs einführen, den EROEI = Energy Return on Enery In, also den Quotienten aus der rausgebrachten Energiemenge durch die dafür eingesetzte). Gleichzeitig steigt nun aber die Öl-Nachfrage erst noch stetig weiter. Angebot- und Nachfragekurve schneiden sich, zum ersten Mal kriegen welche kein Öl mehr ab. Wirtschaft reagiert auf sowas höchst empfindlich. Da erwarten uns bereits in den nächsten Jahren einmal mehr Umwälzungen, die man angeblich nicht vorhersehen konnte (haahaa, gähn, sag‘ ich). Und was nun? Heinberg untersucht im Folgenden eine nach der anderen die Alternativen zum Öl. Die meisten – Kernkraft, Kohle, Fotovoltaik, usw. – kommen dabei schlecht weg, besser allenfalls die Windkraft. Das alles hat wiederum mit dem EROEI zu tun: Wie soll man denn Energie, die eh schon fehlt, abziehen, um sie zur Erschließung anderer Energieträger zu verwenden? Also: Chance verpasst, schade. Unser derzeitiger Lebensstandard wird sich von selbst erledigen. Woran lag’s? Ja, man hätt‘ halt frühzeitig doch verzichten sollen und die dadurch ersparte Energie schon früher und viel massenweiser in die Regenerativen stecken sollen. Man merkt’s wohl: da ist einer sauer, jawoll: Unsereiner fühlt sich seit Jahren betrogen, nicht nur um die gebührende Wertschätzung, sondern handfest um’s Materielle. Man stelle sich mal vor, eine Regierung hätte die Chuzpe gehabt: „Wir brauchen beim Umstieg auf regenerative Energiequellen – die mit Fördergeld zunächst richtigerweise gepäppelt werden – eben doch auch Verzichtsleistung als flankierende Maßnahme. Und drum fördern wir auch Technologien die das Verzichten erleichtern“. Nun, wer will wegdiskutieren, dass am sofortesten, schmerzlosesten und in nirgend sonst möglicher Größenordnung bei der Motor-Mobilität zu verzichten wäre. Wenn man also auch die Muskelkraftfahrzeuge-Technologie gepäppelt hätte – man stelle sich mal vor, man hätte 10.000 Ingenieure jahrelang am atl weiterentwickeln lassen: Wie tät‘ der dann aussehen, wie billig wäre der jetzt?? Nun gut, jetzt haben wir den Salat. Bei Heinberg geht’s nach der verpassten Chance weiter mit dem Abstieg, dem Zusammenbruch. Natürlich können Prognosen da nur noch vage sein. Jedenfalls macht’s, diesen Abschnitt seines Buches zu lesen, wirklich keinen Spaß. Es wird letztlich die Masse Energie fehlen, um im Haber-Bosch-Verfahren – der wichtigsten Erfindung des 20. Jh., wie Heinberg schreibt – den Luftstickstoff zu binden und den Böden wieder zuzuführen. Damit wird die Weltbevölkerung von jetzt gut 6 Mrd. schrumpfen müssen, Größenordnung: um zwei Drittel in 100 Jahren, wie auch immer. Jedenfalls leistet es nicht friedlichem Schrumpfen Vorschub, wenn unsere tolle Regierung jetzt wieder Kinderkrieg-Förderung betreibt, um ihr vergleichsweise mickriges Rentenproblemchen kurzfristig zu lösen. Noch zum „(scheinbar) anachronistisch hierzulande teure Fahrräder…“: Das mit der unsäglich segensreichen Globalisierung gibt sich dann eh von selber mangels Triebkraft. Solange wird hier weitergekämpft. Also, kaufts’s, lests’s, tut’s Buße. Oder: kaufts’n atl, denn ab sofort gibt’s unsre Bibel gratis dazu!

Tour zum 20-Jährigen

Nach langer Pause eine neue Verlautbarung. Waren wieder in Winter-Arbeitsklausur, welche sich diesmal auch übers gesamte Frühjahr erstreckte und nun auch noch den Sommeranfang überdauert. Aber das Ziel ist knapp erreicht: die ersten falter der neuen Generation waren draußen noch vor Frühjahrsende. Die nächsten Wochen geht’s jetzt wieder Schlag auf Schlag. Außer arbeitsreich war die lange Zeit nicht viel. Um die Jahreswende habe ich die letzten Wochen mit Ralf noch einmal intensiv nacherlebt und erst da richtig gemerkt, wie sehr er mir fehlt (inzwischen bin ich in einer Phase angekommen, wo ich mich dagegen auflehne, dass mir die Erinnerungen schleichend abhanden kommen). Noch ein Ereignis haben wir im Stillen gebührend gefeiert, das 20-Jährige der Firma am 5. Mai. Da kann man schon ein bissle stolz drauf sein. Was hat man da nicht schon an Luftblasen überlebt in den zwei Jahrzehnten. Und wie haben wir’s gefeiert: logo, mit einer Radtour. Zusammen mit der Kundschaft und Freunden – zwischen 20 und 30 in wechselnder Besetzung inkl. Kind und Opa – ging’s ab Werkstatt für drei Tage in den Schwarzwald. Haben uns stets oben orientiert, fernab von allem Urbanen. War ein Experiment, ein vollauf gelungenes, eine entspannte Genießertour. Hab’s schwer genossen. Machen wir mal wieder. Hier sind ein paar Bilder versteckt (pass: 20jahrejubeltour).

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Cheflieger zurück!

Juhui, Entwarnung, er ist wieder da, der Cheflieger (siehe News von 06.11.2005)! Sie war vorhin leibhaftig hier, um ihre Zerknirschtheit zu bekunden, die Sünderin. Damit ihr Berlin-Besuch hier mobil war, hatte sie für ihn das Chefrad geliehen. Wollte es längst zurückgebracht haben, und mein Hirn hatte es als zurückgebracht abgelegt – das Alter? Hauptsache wieder da. Dieser Berlin-Besucher ist insofern bemerkenswert, da er vor kurzem nicht unwesentlich daran beteiligt war, dass Hans Christian Ströbele sein Grünen-Direktmandat verteidigen konnte. Er war vom Lieger nicht wenig angetan und wird´s wohl seinem Chef berichtet haben. Solche Begegnungen machen ein wenig stolz: man hat das Gefühl, halbwegs direkt dran zu sein am Weltgeschehen. Eine Frage blieb in der letzten News offen: Warum fährt der Chef seinen falter nicht auch im Winter, ist der da doch nicht so geeignet? Nun, der Chef weiß es einfach nicht, kann sich nicht immer das Neueste leisten, fährt drum im siebten Jahr den heiligen falter-Prototyp. Und der wird ja wohl mal von mehr Menschen genauer angekukt werden – im Museum – als je Zeitgenossen sich den Chef zu dessen Lebzeiten näher angesehen haben werden. An diesen Heiligen darf also kein Salz dran, und so fährt der Chef im Winter eben seinen guten alten Chef-klassik. Und so kann er bisher nicht wissen, wie sich ein falter im Winter fährt. Er weiß nur, dass er in salzfreien Zeiten sich mit dem falter sauwohl fühlt in allen dann möglichen Lebenslagen.