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vorab... ... ein Wegweiser: Näheres zu unseren zwei atl-Modellen finden Sie über obige Menueleiste unter "atl-klassik" und "atl-falter". Unter "atl-Verkleidungen" erfahren Sie mehr über shark und delfin, die beiden speziell für unsere Räder konzipierten Allwetterverkleidungen. Bei "atl-Spektrum" finden Sie Bilder, zunächst von Ausstattungs-Beispielen unserer Räder, dann der Räder in allerlei Gebrauch-Situationen, und zuletzt noch ein Mix weiterer Bilder. Über "Preise" finden Sie auch eine Preisliste als pdf zum downloaden. Ganz unten auf dieser Startseite finden Sie im "Downloadbereich" pdfs der Papierprospekte über unsere Räder. Dort ist auch eine Auswahl hochauflösender Bilder hinterlegt. Und was sich bis da unten als Bleiwüste in schier endlose Tiefen erstreckt, hat's in sich! Die wirklich wichtigen news - die politischen und die traurigen - sind fettgedruckt und somit leicht auffindbar. Immer mal ist ein Link auf weitere Bilder versteckt...
22.08.2008 Wieder eine aus der Serie: "Wie sich Probleme von alleine lösen, wenn man lange genug wartet". Vorspann: Das bei uns am meisten vernachlässigte Thema heißt Werbung. Das hat mit der gesunden Abneigung gegen diese Branche zu tun. Da gab es schon mal die Idee, Werbung gehöre schlicht abgeschafft. Ein Nichtangriffspakt sozusagen: alle Anbieter sparen sich Werbeausgaben, und das zu Verhökernde wird entsprechend billiger. Jedenfalls ist es doch pfiffig, sich gerade Nichtbeworbenes zuzulegen. Und so echt zu sparen, nämlich diese quasi Zwangsabgabe an diese armselige Werbebranche, an diese bedauernswerten Kreaturen, die ihr Dasein damit fristen, tagaus tagein Lügen erfinden und verbreiten zu müssen. Was könnte Werbung im besten Sinne sein: Information über Eigenschaften, Qualität, Neuerungen usw von Produkten, Dienstleistungen uA. Soweit wäre sie ja in Ordnung. Doch das war einmal. Werbung ist in rafinierter Symbiose mit Medien schon lange zum wichtigsten Instrument verkommen, womit die Mächtigen uns bei der Stange halten. Da wird uns eingebleut, wie wir zu funktionieren haben, da wird unsere Gesinnung und unser Verhalten manipuliert. Da haben wir gelernt, dass Autofahren sportlich ist und sexy, dass wir natürlich Handys brauchen, dass man schlau ist, wenn man andere übers Ohr haut, dass der totale Wettbewerb - die totale Konkurrenz - das ist, was die Welt jetzt braucht, dass nur der Kahlschlag aller Handelshemmnisse die Welt noch retten kann. Und auch, dass es "populistisch" sei, denen, die uns das alles erfolgreich beigebracht haben, an das zu wollen, was sie uns dafür abgenommen haben: ans Geld, zB über eine Vermögensbesteuerung oder eine Besteuerung von Börsengewinnen. Dass man dieses Börsenwesen endlich ganz abschaffen sollte - diese unanständige Institution, wo das Glück mit dem Unglück anderer gemacht wird - das zu denken sind wir nicht mehr fähig. Dabei führt sich das Börsentum ja zZ selber vor mit dem todbringenden Spekulieren auf Energie und Grundnahrung. Ok-ok, genug des politischen Rundumschlags, aber meditieren Sie ruhig mal weiter über die Schuld von Werbung und Medien am Zustand der Welt...

Zur Entspannung noch was nettes von einem befreundeten Freiburger Fahrradladen zum Thema. Auf dessen Werbepostkarte stehen schlicht ein 4x3 Buchstaben in folender Anordnung:

WER
BUN
GNE
RVT


Zugegeben, auch wir schalten ab und wann kleine Anzeigen (siehe wichtige news "Super-Frühjahr 2007"). Und traditionell kriegen die klassik-atls auch ein kleines Aufkleberchen, welches bei den faltern dann aber nicht recht passen wollte. Also fuhren die bis jetzt anonym herum. War uns gerade recht: british understatement, wer's kennen will, der kennt's. Alle, die's nicht kapieren, hält man sich so vom Hals. Was lagen sie mir alle in den Ohren: Das kannst Du doch nicht machen, so machst Du Dir selber das Geschäft kaputt - oder so ähnlich. Die Antwort war: Ok, wenn mal Zeit ist, kümmere ich mich mal um neue Aufkleber - war natürlich nie Zeit. Statt dessen kultivierten wir das Entfernen oder Übermalen aller Schriftzüge an allem, was wir an die Räder dranbauen. Insbesondere entwickelten wir enormen Ehrgeiz, es zu verschleiern, wenn sich Anbauteile der japanischen Monopolisten-Krake nicht vermeiden lassen. Es ist einfach wohltuend, wenn einem nicht ständig diese immergleichen Schriftzüge ins Auge stechen. Ich habe es einmal in Israel so angenehm erlebt, dass ich die ganzen Werbeschriftzüge übersehen konnte, einfach weil ich die Buchstaben dort nicht lesen konnte. So, und dann war da neulich dieser Kunde aus der Dresdener Ecke. Der meinte beim Bestellen so ganz beiläufig: Also, er könne übrigens auch mal ein paar Aufkleber machen, er sei aus der Branche. Na endlich, so muss das gehen, da hat sich das Warten ja einmal gelohnt. Und was für schöne Kleber das jetzt sind: Ganz schlicht der Schriftzug der Homepage, nicht als Klebefolie, sondern als Einzelbuchstaben, oberedel. In allerlei Farben, da gibt's jetzt Froschgrün auf der Lieblingsfarbe Tannengrün, Froschgrün auf Quitschorange, Orange auf Rot, Rot auf Schwarz, Schwarz auf Silber, Silber auf Picassoblau usw. Wir sind sehr glücklich mit dieser neuen Geschäftspartnerschaft. Man fühlt sich bestens behandelt von einem, der selber einen atl benutzt und ihn zu würdigen weiß (auf Anfrage stellen wir gerne den Kontakt her). Somit ist diese news auch noch eine weitere zum Thema Tauschhandel. Und, verrückt wie man konditioniert ist: kaum ist der Schriftzug drauf, machen die atls doch gleich den Eindruck, als seien sie professionell hergestellt.
09.08.2008 Höchste Zeit, das nachzutragen. Den Richard Haumann bitte ich um Nachsicht, es war das ganze Jahr einfach zu viel los. Dabei war ich des öfteren in Gedanken bei seiner Mammut-Reise und habe mich gefragt, wie's ihm wohl so geht. Jetzt kann man gerade allerorten lesen, dass sie's geschafft haben: Sie sind tatsächlich angekommen rechtzeitig zur Eröffnung der olympischen Spiele: in Peking! Mitte Februar war eine Gruppe von 15 Radlern in Athen beim Ur-Olympia zu dieser 175-tägigen Tour aufgebrochen, die sie durch Griechenland, Türkei, Georgien, Aserbaidschan, Turkmenistan, Usbekistan, Tadschikistan, Kasachstan, Kirgistan und zuletzt fast durchs ganze China führen sollte. War des öfteren nicht ganz ungefährlich (immerhin ist gestern Krieg zwischen Russland und Georgien ausgebrochen). "Lebensgefährlich", schreibt Haumann, war es an der kasachischen Grenze. Seine nüchternen Zahlen: 640 Stunden im Sattel, 14.032 km, 93.542 Höhenmeter. Daraus errechne ich die Leistungsdaten: "schlappe" 3,65 tatsächlich gefahrene Stunden pro Tag, bei allerdings stattlichen 22km/h, ergibt tägliche 80km und 535 Höhenmeter. Irgendwo im Kaukasus muss es über einen 5000er-Pass gegangen sein. Wie das ging, will ich dann persönlich noch erzählt bekommen. Bis dahin werd ich's nun endlich wieder mal selber nachlesen auf seinem Reise-Blog http://www.docseidenraupe.blogspot.com. War vor Beginn der Reise mal drauf, als der Blog noch ganz jung war. War nett wie er begann: mit heftigem Gejammer! Die ganze Gruppe musste mit identischen, "normalen" (gesponserten) Rädern fahren, was der Ersatzteile wegen auch sinnvoll war. So musste Haumann (ist übrigens der "Arztnachbar" in der news vom 15.10.2007, der sich jetzt auch mal seine Auszeit nahm) 1/2 Jahr auf seinen geliebten atl verzichten. Jetzt schaun wir mal, wie sich der Umstieg wieder zurück anlässt. Könnte ja aufschlussreich sein, sowas hat man ja sonst nie.
09.07.2008 "... Wunder dauern etwas länger". Wie ging dieser nette Spruch noch am Anfang? Jedenfalls, kürzlich haben wir die Richtigkeit dieser letzten Zeile bewiesen. Manchmal dauert's halt, bis für ein dummes Problem eine lächerlich simple Lösung vom Himmel fällt. Dieses dumme Problem betraf den falter, wo man beim Falten immer, wie man's auch anstellte, irgendwie dreckige Finger bekam. Denn, bevor das Rahmen-Vorderteil inkl Tretlager + Kurbeleinheit wegschwenkt, muss die Kette vom Kettenblatt und über die Kurbel geführt werden. Das Kette-anfassen-müssen war das zurecht Meistkritisierte am falter. Es ist behoben, die dreckigen Finger sind von gestern! Hat lange gedauert, was damit zu tun hatte, dass die Chefetage natürlich die wertvollen Prototypen fährt - seit inzwischen bis zu acht Jahren. Die Prototypen haben aber noch keine Schnellspannhebel an den Gelenken, da muss noch zeitraubend geschraubt werden. So hat man dann sowieso das atl-Bordwerkzeug, den 5-er-Inbus, in der Hand, hakt damit in die Kette ein und schmeißt sie so vom Kettenblatt (zudem ist bei diesen Prototypen eine andere Kettensituation gegeben, da sie mit uralten, superguten Kettenschaltungen bestückt sind. Die Kundschaft heutzutage fährt ja fast durch die Bank Rohloff). Soll heißen: die Chefetage kannte zwar zu gut das Problem der Dreckfinger, weil die Kundschaft in ihre Lobeshymnen gelegentlich verhalten kritische Anmerkungen diesbezüglich einbaute. Aber es fehlte der richtige Leidensdruck aus eigener Erfahrung - zudem hat ein Fahrradschrauber sowieso immer Dreckfinger. Die Faltanleitung für die Serien-falter besagte bisher, dass die Kette dann vom Kettenblatt abzunehmen sei, wenn die kettenblattseitige Kurbel (was ein Ausdruck, aber wie soll man's sonst sagen) nach oben zeigt. Nun haben wir hier aber unseren wichtigsten Menschen, den Ewald, unseren Testfahrer, so einer ist Gold wert. Sein Einfallsreichtum, wie man Dinge auch anders anfassen und missbrauchen kann, ist unerschöpflich. Neulich hatte ich Gelegenheit, ihm bei der heiligen Handlung des Faltens zuzuschauen. Und ich bemerkte, dass er das machte mit der kettenblattseitigen Kurbel nach unten zeigend, ohne um Erlaubnis gefragt zu haben. Ja, er mache das immer so, die Kette ginge so viel leichter über die Kurbel. Aha, es war wirklich so. Und plötzlich war klar, dass es so auch keine Dreckfinger mehr zu geben braucht: mit einem kleinen Haken-Werkzeug ist die Kette künftig drüber. War rasch ein Haken-Prototyp gebogen und das Ganze ausprobiert. Klappte auf Anhieb: mit sauberen Fingern. Blieb eine kleine Biegevorrichtung für die Serienhäklein - 5 Gramm - zu basteln. Dieses Haken-Werkzeug bekommt wahrscheinlich in ein kleines Täschchen, das in die falter-Hülle eingearbeitet wird. Wenn gefaltet wird, ist die Hülle mit dabei, und somit auch der Haken.
Mitte 2008 Nun also die zweite Traurige. Wieder habe ich einen lieben Menschen verloren. Wohl lebt er noch munter weiter, doch ich bin für ihn gestorben. Ihm kommt die zweifelhafte Ehre zu, der erste zu sein, der mir das antut. Nun muss ich sowas also doch noch erleben, und es tut ja so weh. Bisher habe ich es immer geschafft, mit den wenigen, die mir wirklich wichtig waren, eine gute Freundschaft aufzubauen. Diesmal ging's gründlich daneben. Ich muss mich nun an den totalen Kontaktabbruch halten. Bleibt mir nur, für den jungen Herrn hier noch einmal eine Botschaft zu verstecken. Es ist die Hoffnung, dass der "Täter" irgendwann doch noch einmal an den "Tatort", diese Homepage, zurückkehrt, und ihn diese Botschaft dann doch noch erreicht. An alle, die ein wenig Sinn für Diskretion haben, sei appelliert, diese Botschaft nicht anzuclicken, sie ist wirklich nur für den Einen bestimmt, den "ganz Lieben" aus der news vom Oktober 2007.

26.06.2008 So, heute mal was für die "atleten". Weiß schon, gehört großgeschrieben und das "h" fehlt. Soll ja auch ein Wortspiel sein. Gemeint sind atl-FahrerInnen, die den "All-Tags-Lieger" auch als Sportgerät hernehmen. Dürfen sich aber auch alle anderen Radsport-AthletInnen angesprochen fühlen. Einziges Kriterium echter Männer, ob ein Rad was taugt, ist ja, wie Mann damit einen Berg hochkommt. Da grassiert ja das für die meisten Lieger-Konstruktionen nicht ganz unberechtigte Vorurteil, dass Lieger am Berg nix taugen. Das stimmt ja nun bei unserem atl garnicht (versteht man/frau spätestens, wenn er/sie das hierzu auf der "klassik"-Seite unter "Eigenschaften" knapp und technisch dargelegte kapiert hat). Lasst uns die Bergtauglichkeit unserer atls mal wieder demonstrieren, also: In der Schweiz gibt's den Verein "FreiPass" ( www.freipass.ch ) mit Vereinspräsident und allem. Der organisiert jedes Jahr an einem Alpenpass einen autofreien Tag, ein Fest für uns Radler. Dieses Jahr ist der Susten dran, am 20. September. Wird meine vierte Sustenquerung sein, kenne den nur aufm Rad. Die vorletzte Querung war auch schon autofrei. Das war vor ein paar Jahren, kurz nach den heftigen Unwettern dort. Es hatte weit oben eine Brücke weggespült, aber der Radler trägt sein bestes Stück dann einfach durchs Bachbett. Hatte mit Freund Eberhard den ganzen Pass komplett für uns alleine (diese nun schon ein Vierteljahrhundert andauernde Geschichte mit Ebi muss ich jetzt doch mal knapp zum Besten geben, aber Geduld...). Haben für diesen Septembertag noch nichts konkret organisiert. Vielleicht treffen wir uns am Freitagabend auf der Westseite in Meiringen. Dort hat's einen Bahnhof, und man kann zelten. Vielleicht finden wir noch einen Hof zum Nächtigen mit adäquatem Frühstück für diesen Sporttag. Die gepäckfreie Variante zum Passerklimmen wäre dann, dass Zelt usw einfach da bleiben und wir den Pass dann gleich zweimal "machen": hin und zurück, geht nicht gibt's nicht, und ohne Gepäck macht's halt doch mehr Laune. Also, wenn sich wer angesprochen fühlt und gern mit dabei wäre, über "Kontakt" könnt Ihr's kundtun, dann halten wir Euch auf dem Laufenden. Nun also zu Ebi + Dieter: Angefangen hat alles vor - ja wohl - 25 Jahren mit einem Wohnheimfest auf Schloss Solitude, wo damals die halbe Stuttgarter Kontrabass-Hochschulklasse hauste. Am Tag drauf brach diese mit Anhang zu neunt in zwei selberausgebauten VW-Bussen inkl drei Kontrabässen + einem Tandem auf in Richtung Schweden, und ich war mit einer guten Freundin mit dabei - so spontan war man damals, wir kannten uns wirklich nur vom vorangegangenen Abend. Waren heiße Wochen. Einiges später, nach dem "Tour de Sol"-Erfolg mit dem elektromotorbestückten atl-Prorotyp (war 1988 und ist schon so lange her, dass davon hier noch nie die Rede war, das kommt aber auch mal noch mal, ich versprech's) bekam Ebi einen Elektro-atl gebastelt. Mit dem hat er eine Zeitlang versucht, seinen täglichen Dienstweg aus der inzwischen Tübinger Umgebung zu einem der Stuttgarter Orchester, in dem er seither spielt, zu überwinden. Das hat nicht so recht funktioniert, für so eine Strecke waren die damaligen Batterien zu schwer, das Ding fuhr 75km/h, Speichen, Reifen usw waren überfordert. Bald gab's den Rückbau zum reinen Muskelkraft-atl. Und dann hab ich ihn wohl mal zu arg "deklassiert" an einem Pass, und Ebi kam zu dem Schluss: "Rennrad ist eh viel besser" (siehe oben: wie echte Männer Räder bewerten). Seither kämpfe ich mit Ebi diesen Kampf aus, wir sind immer wieder gemeinsam in den Bergen, und oft hat er mir's gezeigt mit seinem Renner - und umgekehrt. Waren oft erbitterte Kämpfe, die wir uns geliefert haben. Die Krönung war 2003. Wir radelten in 19 Tagen von TÜ bis ans Ende Europas, bis Granada in Südspanien, kurz vor Afrika. Habe fast ausschließlich seinen Windschatten genutzt und habe zweieinhalb Wochen fast nur sein Hinterteil gesehen. Hatte keine Lust auf kämpfen, hatte Ferien. An Frankreich - wo in diesem Sommer fünftausend den Hitzetod starben - und Spanien habe ich kaum eine Erinnerung behalten. In einer Sierra in Mittelspanien wären wir dann fast selber verdurstet, als 70km weit kein Dorf und nix mehr kam. Dort hat uns dann ein Kloster mit einer riesen Marienstatue errettet, wäre beinahe wieder gläubig geworden! Wir haben uns damals in dieser Anspannung so gestritten, dass ich einmal sagte, jetzt braucht unsere Freundschaft wohl mal eine Pause. In Granada angekommen schlief ich anderthalb Tage durch in der maurischen Höhlenwohnung von Derk, einem jungen, ehemaligen Orchester-Praktikanten in Ebis Orchester. Dann ging's an die Königsetappe dieser Reise. Hinter Granaga erhebt sich die Sierra Nevada, da hat's die höchste Straße, die unser Kontinent zu bieten hat. Der Veleta hat 3494müM. Bis fast ganz oben kann man fahren. Wir waren jetzt zu dritt, mit Derk, ein ungleiches Trio, mit Rennrad, Lieger und Mounty. Unten fängt's sechsspurig an, bald wird's ruhiger. Nach einer guten Stunde gab's Schwimmen im Stausee, der die Stadt mit Wasser versorgt - inzwischen recht kärglich, die haben dort jetzt richtig Wasserprobkeme. Dann ging's weiter, alles in allem so sechs Stunden immer höher. Hatte die beiden gut im Griff, war gut erholt. Die Straße wird immer schmaler, ist irgendwann für Autos gesperrt. Am Ende war Ebi doch als erster oben, hat aber nicht recht gezählt. Da war wieder das Wasserproblem. Mit Derk war ich lange vornedraus, als wir etwas abseits eine Herberge entdeckten, wo wir uns nochmal bevorraten konnten. An die Abzweigung zurückgekehrt warteten wir auf den durstigen Ebi, 20 Minuten, da kam keiner. Da entdeckten wir schon weit oben ein graues Etwas den Berg hochschleichen. Ebi war also doch schon durch. So war er natürlich nicht mehr einzuholen. War dann auch nicht mehr so wichtig. Es war irre schön da oben, und endlich war's mal wieder eisekalt, endlich mal wieder frieren. Haben viele Bilder gemacht. Hier das Starfoto. Ebi und ich waren auch seither jedes Jahr mal ein paar Tage in den Bergen. Das Kämpfen ist inzwischen nicht mehr so wichtig. Wir wissen seit den damaligen Streits, wo wir uns in Ruhe lassen müssen. Morgen geht's mal wieder auf zur diesjährigen Unternehmung. Freu mich drauf: Das ist ein Teil dessen, wofür ich über's Jahr arbeite.
14.06.2008 Ist das nun positive oder negative Energiebilanz, wenn am Ende mehr Energie da ist als am Anfang war? Und geht das überhaupt? Ein Weltverbesserer schafft's natürlich locker, sich das zurechtzurechnen: Letzte Woche an einem Tag mit der zeitgleichen Auslieferung zweier Radnäbel auf einen Streich zwei Autos abgeschafft! Die beiden Neukunden aus der Freiburger Gegend sind ab sofort autofrei (wird unten noch näher erörtert). Wenn man das Bissle Herstellenergie für zwei Räder gegenrechnet mit Herstellenergie und Sprit für, sagen wir 2 mal 20 Jahre - so lange werden die Räder wohl halten - nicht Autofahren, dann bleibt da schon einiges übrig. So ne Rechnung ist natürlich nicht zulässig. Was hätte da zB ein Umweltminister, wenn er so rechnen dürfte, mit all seinen Transatlantikflügen für eine prima Energiebilanz? Die beiden müssen sich ihre Autofreiheit schließlich künftig tagtäglich selber erstrampeln (aber mit den Radnäbeln ist das ja wiederum gar nicht so furchtbar, dazu hat's ja bereits ausführliche Ausführungen in tieferen news). Sind beide in der Tat Musterexemplare von Wunschkunden (das wiederum ist beinahe die Regel, darüber sind wir sehr glücklich). Den einen, den Christoph, kenne ich schon recht lange. Ist ein Fagott-Kollege, haben vor wohl 20 Jahren ein erstes Mal zusammen musiziert. Er war damals Studentlein dieses gemeinsamen Instruments und lehrt + dirigiert inzwischen an einem Musikgymnasium in der Freiburger Umgebung. Ihn haben die Radnäbel schon lange begeistert, aber er konnte sich sowas bisher einfach nicht leisten. Vor einigen Jahren rief er mich an und beichtete, dass er gerade an einer Homepage für Radnabel bastele und ob's recht sei. Einfach so, wo gibt's denn sowas! Inzwischen hatten sie sich häuslich neu eingerichtet gleich beim Freiburger Bahnhof. Die Karre war verhökert, und nun war locker genug Geld übrig für einen Top-falter. Und nun geht's per Bahn + falter zum Unterricht, die Version morgens hin im Zug und zurück entspannt mit dem Rad. Nach drei Tagen kam die Rückmeldung, die ersten 150km seien drauf. Die Freundin des anderen, von Till, erzählte, als sie zum ersten Mal zum Testfahren da waren, er müsse die Radnabel-Homepage eigentlich auswendig können, so oft wie er sie angeschaut hat. Der Till ist ein noch recht Junger, hat man selten in der Kundschaft. So einer muss alles zusammenkratzen, um sich so ein Rad leisten zu können (bin mir nicht sicher, ob er je ein Auto besaß. Falls nicht, dann ist die Angeberei mit den zwei abgeschaffter Autos sowieso nur halb wahr). Jobbt auf einem Bio-Bauernhof am Kaiserstuhl, ist aber eigentlich Kunsthandwerker. Er baut uA Lampen aus Holz, wo das Licht durch hauchdünnes, handgeschliffenes Furnier durchscheint. Haben einen Deal gemacht, und so kam ich nun zu einer seiner Top-Stehlampen. An dem Tag, als er kam, um die beiden Räder abzuholen, war um die Werkstatt rum ein alljährlicher Kunsthandwerk-Markt, Tills geballte Konkurrenz alle aufs Mal. Ist ja alles wunderschön, was die da erschaffen, aber kaufen tät ich mir sowas nie. Diese Kunsthandwerker-Branche ist ja sowas wie eine revolutionsverzögernde Maßnahme: Da hat die "Kleptokratie" (schönes Wort, hab ich neulich aufgeschnappt) die Möglichkeit, ein wenig ihres zu unrecht erworbenen Zuviel wieder herzugeben für teuren Tand. Und so sichern sie diesen Herzblut-Schöpfern ein kärgliches Überleben. Doch durch Tauschhandel an so ne Lampe zu kommen, das hat doch was: Jetzt kann ich immer, wenn ich sie anknipse dran denken, dass der Till wohl heute wieder auf einem unserer Räder saß. Demnächst gibt's dort am Kaiserstuhl ein Hoffest. Werden wohl was draus machen. Ist dann der Anlass für eine erneute Schwarzwald-Querung, nachdem die letzte eben erst war: In Sachen Musik, Schweiztournee, Dienstreise, alles mit dem Fahrrad versteht sich. Und den Christoph werd ich dann auch wiedersehen.
29.11.2007 Note 1 für dieses Timing: Rechtzeitig zu den ersten Frostnächten sind die neuen 20"-Spikesreifen da. Unsere Lobbyarbeit war mal wieder erfolgreich. Vor vergleichsweise kurzen fünf Jahren haben wir derentwegen begonnen, der Firma Schwalbe immer wieder in den Ohren zu liegen. Nun hat unser Alltagslieger wieder ein Stück Alltagstauglichkeit dazugewonnen. Die Reifen waren ja schon für letztes Jahr angekündigt. Schwalbe sah aber von der Auslieferung nochmal ab wegen Qualitätsproblemen, seriöse Firma eben. Dies war beim letzten Klimaschock-Winter durchaus zu verschmerzen. Wie sich dieses Jahr der Winter anlässt, kommt die Einführung nun goldrichtig. Es ist ein Reifen auf der Basis des Marathon, er heißt dementsprechend "Marathon Winter" und hat die Maße 42-406. Er hat ein moderates Stollenprofil, weist die bewährte Marathon-Pannensicherheit auf und darf bis 5 Bar aufgepumpt werden. Wir haben bereits erste Erfahrungen gesammelt. Weil sich in der 20-Zoll-Fraktion auch Dreiräder tummeln, sind die Spikes so angeordnet, dass auch bei Geradeausfahrt in senkrechter Reifenstellung schon Spikes im Eingriff sind. Dadurch sind die Reifen recht laut. Dennoch ist der Rollwiderstand nicht dem Geräusch entsprechend, er ist nicht spürbar höher als bei anderen Reifen, sehr erfreulich. Diese Reifen dürften unsere Langstrecken-Pendler sehr glücklich machen, vielen Dank an Schwalbe. Der Listenpreis von € 49,50 ist stolz, Spikesreifen sind halt nicht billig - und doch wirkungsvoll.
15.10.2007 Ein weiterer Fernsehtipp, und zwar für Mittwoch 31.10. um 22:30 auf WDR, Wiederholung an Freitag 2.11. ca. 14 Uhr, für Nachzügler als Podcast unter http://www.wdr.de/tv/menschen-hautnah . Die Sendereihe heißt "Menschen hautnah", soll recht populär sein, mit hoher Qualität. Besagte Folge widmet sich einem Freund und Kunden, der einen bemerkenswerten Lebensweg eingeschlagen hat, um Radnabel geht's dabei diesmal nur am Rande. Der Axel war zunächst als Kontrabassist in einem führenden Kulturorchester tätig in einer Stellung, die viele ein Lebenlang nicht erreichen. Es befriedigte ihn aber nicht lange, nur "Taste auf der Klaviatur" launiger Dirigenten zu sein, wie er sich einmal ausdrückte. So kam er nach Tübingen, um Medizin zu studieren. Damals - muss an die 30 Jahre her sein - haben wir uns schon ein wenig kennengelernt. Später eröffnete er zusammen mit seiner Frau eine Praxis für Allgemeinmedizin und hatte bald den Ruf eines besonders fähigen, menschlichen und beliebten Hausarztes. So wurde er auch der Arzt meines Vertrauens, und ich wurde sein Fahrradbauer. Viele Jahre hat er seine Hausbesuche komplett mit dem atl bewältigt, Arztkoffer vorne unter die Haube und los (sein befreundeter Arztnachbar tat's ihm bald gleich. Warum sind die beiden eigentlich bislang die einzigen geblieben, die erkannt haben, wie gut das geht?). Vor gut fünf Jahren vollzog der Axel die nächste Wende in seinem Erwerbsleben: er stellte dieses schlicht ein! Darum geht es nun in dieser Sendung. Mit 50 in den "Ruhestand", Platz machen für den Arztnachwuchs, sich künftig mit viel weniger Geld begnügen. Es war die Zeit, bevor die Hartz-Doktrie das Land in Würgegriff nahm. Nicht dass Axel jetzt nichts mehr tat, nein: er schrieb ein erstes Buch übers weniger arbeiten, jetzt, wo endlich Maschinen die stumpfsinnigen Arbeiten erledigen konnten. Sehr zum Lesen empfohlen dieses Buch, der pure Gegenentwurf zur jetzt praktizierten Arbeitspolitik, habe beim Lesen viel gelernt. Bin stolzer Besitzer eines der wenigen im Eigenverlag hergestellten Urbücher, die noch den ursprünglichen Titel trugen: "Die verlorene Tugendhaftigkeit der Arbeit". Den Titel kassierte später der Verleger zu Ungunsten von "Die Kunst, weniger zu arbeiten" (Axel Braig und Ulrich Renz, Argon-Verlag, ISBN 3-87024-541-7). Das Urbuch schenkte mir Axel, weil ihn, wie er sagte, mein Tun ein Stück weit zu seinem Ausstieg ermuntert hat. Dies ist nun eine Sache, die wir immer mal wieder versuchen, auszudiskutieren. Wenn ich Axel richtig verstehe, nahm er sich dabei die Tatsache zum Vorbild, dass ich tue, was ich will. Da ist ja was dran, die Arbeit hier ist wirklich selbstbestimmt, ursprünglich, vielseitig und was weiß ich alles, macht jedenfalls für sich genommen einfach Spaß. Und doch ist das nur der angenehme Nebeneffekt des Eigentlichen: was ich tue ist, was ich für richtig halte, und das ist ein großer Unterschied zu "ich tue, was ich will". Ich habe mit den Rädern etwas gefunden, wovon ich denke, es muss getan werden. Dieses Thema ist vielleicht mal später eine eigene news wert, zurück zu Axel. Bei seiner Arbeitskritik gibt's keine Meinungsunterschiede. Vielleicht könnte man noch aktuell ergänzen, dass die jetzt grassierende Arbreitswut einhergeht mit Umweltzerstörung, Energievergeudung und dem Klimawandel: Es ist doch so offensichtlich, dass diese Global-Turbo-Wirtschaft genau die falsche Strategie ist, um noch zu retten, was noch zu retten ist... Aber lassen wir den Axel selber zu Wort kommen in diesem Filmportrait. Seit seiner "Pensionierung" hat er noch so manches unternommen. Er erzählt, gefilmt hätten sie ihn recht ausführlich mit einem seiner Radnäbel (ein wirklich guter Kunde hat längst mindestens zwei). Leider war's sein 15-jähriger Oldtimer, nicht mehr ganz repräsentativ, fährt aber wie eh und je.
04.10.2007 Wie der Radnabel-Chef seine Wochenenden durchbringt, wenn er ausnahmsweise nicht durchschafft: Nicht wirklich weltbewegend, aber das vorletzte Wochenende war doch so ein Volltreffer, da mache ich doch gern ein bissle neidisch. Es begann freitagmorgens mit der Auslieferung von gleich zwei faltern an ein in der HPV-Scene recht bekanntes Pärchen inkl. Simultan-Faltkurs in der Sonne auf unserem Jakobsweg-Kirchen-Vorplatz gleich gegenüber. Am Nachmittag gings dann per Zug nach Stuttgart. Immer mal wieder holt mich mein früheres Leben ein. Lange vorm Euro war mein DM-Suchgerät mein Fagott, man konnte damals in den 70/80ern üppig fündig werden. War ein angenehmes Leben, sponsered by Staat + Kirche. Man musste nur zweierlei, mit beidem hatte ich immer schon Schwierigkeiten: die richtigen Töne spielen und nicht weiter nachdenken. Oder man sollte wenigstens den Mund halten, dies nicht zu tun, übe ich immer noch. Irgendwann fiel mir auf, dass ich nur noch zu Regierungs + Gottes Lob in der Karre saß, da darf man sich bei den Schaustellern einreihen: fahrendes Volk eben. Und damals wurden mir Fahrräder wichtig, so zog ich mich allmählich aus dem Musikbetrieb zurück. Den letzten Bruch gab's allerdings erst vor wenigen Jahren. Und dann, wenn sie mit Konzertreisen winken, kommt man halt doch wieder ins Wanken. Und so trifft man mich jetzt doch wieder - vertretbar selten - beim "Kirchenbeschallen". Im Zug dabei waren also: heiliger gefalteter Ur-falter + Delfin-Verkleidung, darin Fagott, Noten, Notenständer, kleine Version der Konzertverkleidung und das Wenige, was man für ein schönes Radelwochenende so braucht. Vom Stuttgarter HBF gings radelnd weiter durch die grüne Lunge hintenrum auf den noblen Killesberg ins Chorheim (ein Benisch-Bau wie der "neue" Bonner Bundestag) eines nicht unbedeutenden Knabenchors, sympathische zweite Bundesliga, würde ich sagen, denn ihr hohes Niveau erzielen die auch ohne extensiven Bildzeitungs-tauglichen Drill. Nach der Probe beschaulicher Biergartenabend in Cannstadt, dem schöneren und ältesten Teil der Stadt. Dort auf dem Heimweg noch die Daimler-Gedenkstätte entdeckt, seine Originalwerkstatt, wo das ganze Unheil begann - sicher von ihm so nicht gewollt. Prächtig gelegen, mitten im Park, sieht aus, als sei da von vornherein viel Geld im Spiel gewesen. Für samstagabend stand ein Konzert in Heilbronn an. Bis dahin den ganzen Tag Zeit für eine der schönsten Raderlebnisse seit langem: immer dem Neckar nach, der schlängelt sich da gemächlich durch's Ländle, sodass man sich einen gemütlichen Tag lang mit der eher kurzen Luftliniendistanz beschäftigen kann. Aber mindestens eine wenn nicht die Perle im Schwabenland, dieser Neckarabschnitt: überall "Drogenanbau", allerorten war man gerade an der Weinlese. Meist gibt's da unten nur schmale Wirtschaftswege, inzwischen gut als Fahrradwege ausgeschildert, und: traumhaftes Frühherbstwetter. Zwischenstopp in Schillers Marbach, dem pferdefreien (die Queen: "...and where are the horses??"). Mittagsmahl auf dem Marktplatz von Besigheim, umgeben von feinstem Fachwerk. Was das Neckartal in diesem Abschnitt allerdings auch birgt, ist ein Gutteil unserer Noch-Energieversorgung: Irgendwann habe ich aufgehört, die Kohlekraftwerke zu zählen, ein Ur-Schwerölkraftwerk war auch noch drunter. Und dann ging's ganz dicht vorbei an Neckarwestheim I + II. Die einzige Wolke weit und breit, was den Kühltürmen da kilometerhoch entströmte, ein unheimeliges Gefühl erzeugend, dabei ist das eigentlich Unheimliche garnicht zu sehen! Vor lauter "ja nicht zu spät kommen" viel zu früh in Heilbronn, dem damals völlig kriegszerstörten. Dort sitzt der Fahrradbauer dann abends in der (ähnlich der Dresdener Frauenkirche wiederaufgebauten) ersten Kirche am Platz und gibt bei einer kammermusikalischen Zwischenmusik (damit die Jungs sich erholen können) den versierten Fagott-Profi. Was ein erhebender Rollenwechsel: "hier die Noten, spiel mal"! Irgendwie ging's, wie in alten Zeiten. Kurz vor Torschluss und jwd dann doch noch ein Hotelzimmerchen gefunden, Berührung mit der normalen Welt: umgeben von Monteuren, die in wichtiger Mission beim Audi-Werk im nahen Neckarsulm hier abgestiegen waren. Folgte der Sonntag, noch ein Radler-Traum-Tag: Schon lange war Hesses Maulbronn auf meiner Wunschliste. Als ehemaliger Bebenhausen-Schlossbewohner wollte ich dieses noch Größere, noch Bedeutendere, und außerdem als Weltkulturerbe geführte doch endlich mal gesehen haben. Der Weg dorthin führt durchs Kraichgau, einer Hügellandschaft, wie das Neckartal vom Weinbau geprägt, in jedem zweiten Ort ein Weinfest. Lange Zeit grüßte noch die Neckarwestheimer Gruselwolke von Ferne. Sehr glücklich war ich in dieser Gegend mit meinen Karten, den Freizeitkarten vom Landesvermessungsamt Baden-Württemberg, sie leiteten mich fernab des MIV-Getümmels beschaulich durch diese stille Kulturlandschaft. Endlich mal in Maulbronn zu sein, war dann schon ergreifend, auch wenn meine betagte Mutter am nächsten Tag meinte, Bebenhausen sei doch viel ursprünglicher. Den amerikanisch/japanischen Kaffee+Kuchen-Trubel dort muss man nicht gutheißen. Eigentlich war mein Plan, dort in unsere "Kulturbahn" zu steigen und bequem heimzuzügeln. Aber es war noch früher Mittag, und bei dem Königswetter jetzt schon in ein geschlossenes Zugabteil zu hocken, konnte ich mir nicht antun, also erst mal weiter bis Pforzheim. Das war dann schon fast daheim, und ich bekam Schwierigkeiten, jetzt diesen Riesen-Umweg per Bahn über Horb zu nehmen. Es war erst 1/2 fünf, also: einen Gang höher schalten und vollends durch per Muskelkraft. Sind dann schon noch 80km, aber das idyllische Würmtal war schon lange nicht mehr dran, also gib ihm. Wollte aber vor Dunkelheit zuhause sein, da gibt's einen Grund, gleich mehr. Kurz in Keplers Weil-der-Stadt gegrüßt und weiter, Sindelfingen, schnell durch's Daimler-Areal, dann Böblingen. Hätten wir's vorher gewusst, hätt's dort ein Wiedersehen mit 'nem ganz Lieben geben können. So war's halt 'ne Woche später - und wieder viel zu kurz. Schon in der Dämmerung ging's in den altbekannten Schönbuch. Da wollte ich eben vor Dunkelheit durch sein, um nicht nochmal sowas zu erleben wie vor Jahren. Dies ist nun der Kurzbericht über den zweiten und - bisher - letzten spektakulären Liegeradsturz meinerseits: War seinerzeit auf dem Heimweg von einer Böblingen-Mugge (=Musikers-Gelegenheits-Geschäft), war schon kurz vor der Geisterstunde. Hatte an den Tagen davor nach den Proben schon immer die Wildschweine da im Goldersbachtal bei ihrem Ausgang gesichtet. In dieser letzten Nacht nun, nach dem Konzert, wollte ich einfach nur noch heim. Gab entsprechend Gummi, was kümmern mich die Säue! An der gleichen Stelle sind sie diese Nacht wieder. Und als ich sie gerade bemerke, kriegt eine Panik, schießt aus dem Graben und erwischt mich so, dass sie wohl unter meinem Rad durchgeprescht ist. Ich sehe mich noch wie bei Asterix in 90 Grad Schräglage durch die Luft fliegen, danach endloses Gerutsche auf dem Splitt, komme endlich zum Liegen, rieche Wildschweinduft und höre da hinten wildes Geschnaube. "Nix wie weg hier" war mein einziger Gedanke, erst einen Kilometer weiter begann ich mich zu sortieren: blauer Fleck am Schenkel, der mich noch wochenlang an diese Begegnung erinnerte, muss wohl der Lenker gewesen sein den ich mir da reingerammt habe, sonst nix! Hatte der Kühle wegen das Verkleidungscape über, der Splitt konnte diesem nichts anhaben, nur am Grundbrett des Verkleidungs-Vorderteils war eine Ecke angebrochen. Dieses Mal keine Säue, hab's geschafft: mit Sonnenuntergang um 1/2 acht daheim. Leute, so geht Mobilität auch. PS: das alles war natürlich Dienstreise, steuerlich voll absetzbar, gell.
09.09.2007 Ist das jetzt Merkels Aufschwung oder vielleicht doch unser erhobener Klima-Zeigefinger? Jedenfalls kaufen sie uns gerade leer wie lange nicht mehr. Überall geht Material aus, Arbeit ohne Ende sogar heute sonntags. Da muss man sich doch wehren, oder! Hatten hier letztens das passende Aha-Erlebnis, als ich einer Interessentin mittels unserer Ausstattungsdatei mit aktuellen Preise aller zur Wahl stehenden Komponenten ihren individuellen klassik zusammengeklickt hatte. Wir waren wie so oft bei der schlüssigen Variante mit Speedhub + I-SON angelangt. Und nun sollte dieser Top-klassik mehr kosten als der Rohloff-falter?? Da war klar, was zu tun ist. Umgehend gab's eine saftige Anpassung beim falter. Es kann halt nicht ewig gut gehen, wenn man mit jedem Verkauf hunderte Euren verschenkt, weil man sich nicht traut, zu verlangen, was man braucht, weil's einem peinlich ist angesichts der Preise der Global-Billiglohn-Konkurrenz. Wenn man dann aber das Gefühl nicht los wird, die Substanz der Firma leidet, dann wird's höchste Zeit, der Tatsache, dass man weiß, dass man gute Arbeit leistet, genüge zu tun. Ja, bauen wir denn etwa nicht die weltbesten Räder? Dass wirklich taugliche Räder, wenn auch schweineteuer, eben doch preiswert sind, wenn sich damit ganze Autos samt deren Unterhalt ersetzten lassen, dazu gibt's hier tiefer schon manche Einlassung in älteren news. Wiederholt sei hier nochmal: Wir sind nicht schuld an der gewollten Massenverarmung durch Hartz&Co. Dass viele unserer Mitmenschen sich schon lange weder Auto noch Radnabel leisten können, tut uns leid.
04.09.2007 Seit Tagen findet im Leserforum der hiesigen Lokalzeitung ein Schlagabtausch um das Fahrradhelmtragen statt. Ausgelöst hat ihn eine guten Bekannten, die sich darüber beschwerte, dass in Berichten über Fahrradunfälle mit schöner Regelmäßigkeit genüsslich sachlich konstatiert wird, dass die RadlerINNEN wieder mal keinen Helm trugen, wenn dem so war. Radnabel mischte nun mit, hier der Beitrag: "Die Debatte beschränkt sich bisher auf gefährliche "Hochräder", die eigentlich längst überholt sind. Zugegeben, hier betreibt der örtliche "Sesselrad"-Hersteller einmal mehr Lobbyarbeit, er darf das: es dient der Wahrheitsfindung. Die bald 20-jährige Erfahrung mit unserer - auch zugegeben - überschaubaren Kundschaft, zu der dafür enger Kontakt besteht, verzeichnet keinen einzigen Sturz, der im Krankenhaus geendet wäre. Wohl sind bald alle unserer KundINNen mal geflogen (meist auf glitschigem Untergrund, wenn die Räder ausbrachen). Das endete für gewöhnlich glimpflich auf dem Hinterteil. In den meisten Gefahrensituationen steigt man/frau instinktiv voll in die Eisen (geht ohne Kopfübersturz dank des tieferen Schwerpunkts und des weit vorn angeordneten Vorderrads), stemmt sich mit den Händen gegen den (klassisch) vorn angeordneten Lenker, sowie mit beiden Füßen auf die Fahrbahn (geht ebenfalls wegen des niederen Sitzens) und kommt so bei unerreicht kurzem Bremsweg sicher zum Stehen. Oft haben wir den Eindruck, andere Verkehrsteilnehmer empfinden unser Verhalten im Verkehr als ungebührlich riskant, ist es nicht: wir haben's im Griff! Unsereins genießt es, sich sommers barhäuptig der Sonne hinzugeben (zum Radeln in der nassen Jahreszeit haben wir andere Antworten zur Genüge). Meine bescheidene private Drohung besteht: Käme einmal eine Fahrrad-Helmpflicht, ich stiege sofort um: auf's Motorrad!"
15.06.2007 Das kennen wir ja ziemlich gut: Da steht man hinter den Maschinen hier in der Werkstatt - dem Nabel der Fahrradwelt, und tagelang verirrt sich kein einziger Zeitgenosse hier herein. Da fragt man sich schon mal: Was treibt die eigentlich um, dass sie es einfach nicht erkennen: das hier schlummernde Potential zur Lösung der größten Menschheitsprobleme aller Zeiten, die da unserer harren. Und dann gibt's auch immer wieder sowas: Da steigt weit hinter Wien ein Jungbauer in den Nachtzug, um gestern morgen nach 15 Stunden hier am Ziel seiner Wallfahrt anzukommen. Trotz österreichischem "Generalimporteur" war es ihm wichtig, einmal selber hierher zu kommen, um die vielen Details zu verstehen und direkt mit uns zu reden. Wir sind solche weiten Anreisen ja ein bissle gewohnt, und wir haben es sehr gerne, wenn wir unsere potentielle Kundschaft persönlich kennenlernen und uns direkt und ohne Zeitdruck austauschen können. Passenderweise war gestern hier nicht wirklich Dringendes zu erledigen, so wurde es diesmal ein ausgiebiger Austausch mit längerer Ausfahrt und Abschiedsbier. Nun, bis hier her ist das sicher noch keine "news" wert. Die mitteilenswerte Essenz dieses Besuchs scheint mir die zu sein. In der Liegeradbranche gibt es ja die klassischen zwei Glaubensfragen: "Lenker oben oder unten" und "langer oder kurzer Radstand". (Glaubensfragen sind - das weiß man spätestens seit Bin Laden - solche, wofür man sich die Köpfe einschlagen muss, oder wo man sich - wenn's den irgend geht - in Ruhe lassen muss. Zu diskutieren gibt's da jedenfalls nichts, allenfalls über den Unsinn von Glauben schlechthin.) Auch wir haben unsere feste Ansicht in diesen beiden Glaubensfragen. Und mehr: wir glauben zu wissen, was richtig ist. Es gibt da nämlich doch Fakten, zB meinen doppelten Rippenbruch vor vielen Jahren beim "Abstieg" von einem Untengelenkten bei 50km/h: Nässe, von den Pedalen abgerutscht, Füße fallen auf die Fahrbahn und werden von dieser nach hinten gezogen, dadurch wird der Oberkörper aus dem Sitz nach vorn gezogen, da gibt's nun keinen Lenker zum Abstützen, also Bauchlandung auf der Fahrbahn, das geht so schnell! Fazit: Untenlenker = Fehlkonstruktion, basta. Der junge Herr nun schickt sich doch an, die Glaubensrichtung zu wechseln. So ein Konvertit ist höchst selten in der Scene - und entsprechend wertvoll, hat er doch Erfahrungen mit unterschiedlichen Liegeradkonzepten. Auf seinem Aussiedlerhof hat er alle technischen Möglichkeiten, so baut sich der junge Kerl seinen ersten Lieger selber. Sein Rad hat natürlich - wie üblich - kurzen Radstand und Untenlenker. Natürlich ist er nicht zufrieden damit. Und natürlich landet er nach längerem Suchen hier bei uns. Und nun setzt er sich hier auf unserer guten alten Test-atl und ist natürlich "verwundert" (das ist wohl das richtige Wort) darüber, wie der abzieht und wie locker das Bergauffahren geht. Das klang gestern wie eine Neuigkeit, solange ist es her, dass das zuletzt einmal jemand bestätigt hat. Aber natürlich wissen wir das schon lange: ist beim Klassik unter Eigenschaften erklärt, warum das so ist.
10.06.2007 Nachzutragen wäre noch, dass das Ergebnis unserer 20-er-Jubiläungstour im letzten Jahr war: da muss was folgen. Ist neulich erfolgt erfolgreich. Unter dem Motto "3x7=20+1" ging's über's Himmelfahrtswochenende einmal entlang des deutschen Abschnitts der (leider) letzten verbliebenen innereuropäischen Grenze. Schweizer sagen ja mittlerweile, wenn sie über den Landweg ihr Land verlassen, sie gingen nach "Europa". Beat, schweizer Freund und guter Kunde, hatte diese Route vorgeschlagen, und wir hatten sie schon im März vorauskundschaftet. Zwischen kurz hinter Bregenz und Basel ist es am südlichen Bodenseeufer und später dem Rhein einlang in erster Näherung einfach flach. Es sollte eine Genießertour werden, erklärtermaßen für alle. Somit war die Sportlerfraktion weitgehend erfolgreich abgeschreckt, Großfamilien und "gerne-auch-mal-Bummler" waren ungestört. Es war wieder eine wohltuend entspannte Sache, auch wenn wir wieder ein schön gemischtes Grüppchen abgaben: vom Opa bis zum Kindergarten, von der Jugendtherapeutin bis zu höheren Töchtern, vom Rabiat-Öko bis zum Polizisten (und das kurz vor Heiligendamm). Längst nicht alle waren mit Radnäbeln unterwegs , da stehen wir drüber (stattlich war die Gruppe der Hase "Pino"s, den ultimativen Papa/Mama + Kind - Tandems). In mindestens drei Fällen zeichnet sich nun ab, dass es sich bald ändern könnte, das mit den "falschen Rädern", so hätte sich dieses Wochenende richtig gelohnt. Geehrt hat uns die erneute Teilnahme der gesamten Prominenz der benachbarten Fahrradindustrie (siehe die Links), die Fa. Schmidt (SON-Dynamo) war stark vertreten, ebenso die Reutlinger Gustav Wernerstiftung, AWS (Verkleidungen) war sogar komplett dabei. Gefreut haben wir uns auch über die Chefriege des TAT, des Tübinger Arbeitslosen-Treffs. Insgesamt waren's wieder so 30 Leute, das ist die Größe, die gerade noch geht, dass am Ende dann alle mal 5 Minuten miteinander geredet haben. Das Wetter am ersten Tag war so richtig im Geschmack von Alfreds AWS-Firma: nur einmal Regen von bis. Familie Radnabel verzog sich unter die Capes, singing in the rain. Die andern nahmen's erstaunlich stoisch, muss man sagen. Die Landschaftsbeschreibungen überspringen wir hier, so wie früher beim Winnetou-Lesen: hinfahren und selberkuken. Erwähnenswert dagegen, dass wir diesmal zum ersten Mal das Schweizer Erfolgsprojekt "Schlafen im Stroh" in Anspruch genommen haben. Sehr empfehlenswert: Schlafsack auf Decke auf Stroh, fertig. Das Schöne: jeder Hof macht's auf seine Art, und bei der Verpflegung legen sie sich richtig ins Zeug. Bei Biowein von vor Ort haben wir denn auch nächteweise die Welt gerettet. Offenbar lässt es sich nun nicht mehr verhindern, dass die Radnabel-tours zur Institution werden, es gibt bereits zwei Nachfolgeprojekte. Noch diesen Herbst will uns der Jens seine Pfalz zeigen mit einer önologischen Tour, eine Zeitlang entlang der Weinstraße (Önologie sei die Lehre vom Weintrinken- oder so), aber dann auch ab in die Berge des Pfälzer Waldes. Und wie's aussieht etabliert sich das Himmelfahrtswochenende als Fixtermin. Da könnten wir nächstes Jahr polizeigeführt im Fränkischen rund um Rothenburg unterwegs sein. Wer von außen Lust verspürt, mal mit dabeizusein und die Sektenmitglieder kennenzulernen, die an die Kraft durch Energiesparen glauben, soll's kundtun, dann kommt, er/sie/es mit auf die Mailingliste. Sicher machen wir nicht nur so Opa-Touren wie diese eben: wir können auch anders!
Super-Frühjahr 2007 "PRIMA KLIMA - ENERGIE OHNE ENDE", dieser Spot unserer neuen Werbeanzeigen könnte Sie hierher gelockt haben. Und nun sind Sie sicher neugierig, was das soll. Jawohl, wir reiten mit auf der Klimawelle: wir dürfen das. Seit Jahren ist dies unsere erste Werbekampagne. Denn wir weigern uns seit jeher, unsere Produkte wie allseits üblich zu bewerben mit Spaß, fun, action..., weil's schlicht verlogen wäre. Werbung, die an die Vernunft appelliert, war aber lange chancenlos. Haben drum längere Zeit nicht mehr per teuren Anzeigen auf uns aufmerksam gemacht, sondern lieber abgewartet, wissend, dass die Zeit für uns arbeitet. Jetzt reden alle vom Klimaschock, freut uns insgeheim, da melden wir uns umgehend zurück. Dann ist jetzt wohl vollends klar, wie der Spot zu verstehen ist: wenn jemand schon lange weiß, dass er Recht hat, und so lange warten muss, bis man anfängt, ihm häppchenweise Recht zu geben, dann darf man dem auch mal so eine sarkastische Flapsigkeit nachsehen. Es ist sicher heilsam, dass viel zu lange hochgekochte "Problemchen" wie Demographie, Rente, Arbeitsplätze endlich ihren wahren Stellenwert hinter dem Klimaproblem finden. Doch bleibt zu fragen: Ist das Klima denn wirklich das drängende, oder gibt es da ein noch deprimierenderes Problem, über das noch immer nicht die Wahrheit gesagt werden kann? Wie ist das denn mit den regenerativen Ersatzenergien, kriegen wir die noch so schnell hochgefahren wie jetzt erforderlich? Nun, machen wir's kurz: die hier tiefer stehende, ebenso fett gedruckte Dauernews seit Sommer 2006 legt nahe, dass der Zeitpunkt wohl bereits verstrichen ist für einen schmerzfreien Umstieg auf diese Energieträger. Das heißt, auf uns wartet eine Ära des Energiemangels - mit allen Konsequenzen - , dadurch verschärft, dass der ungestüme Klimawandel uns zwingen wird, die restlichen fossilen Bestände ungenutzt und unberührt zu lassen. Und was macht die Politik, was ist passiert, seit der UN-Klimabericht die nächsten 13 Jahre als die entscheidenden postulierte? Bald ist ein halbes Jahr vergangen, außer Bewusstwerdung - sicher elementar wichtig - sind noch keine Weichenstellungen wahrnehmbar. Man darf getrost befürchten, dass die Politik am Klimaproblem versagen wird, müsste sie doch radikale Umkehr einleiten und beispielsweise vom gehätschelten Turbokapitalismus Abschied nehmen (dieser hat die Globalisierung "gemacht", deren größtenteils kropfunnötige Warentransfers allein schon 1/10 des Energiekuchens vertilgen sollen). Beim "getrost Befürchten" sollten wir's diesmal aber nicht belassen und nicht nur zuschauen, wie die Politik versagt. Dieser Klima-Energie-Komplex - dieses denkbar unerotischste aller Themen - ist nun wirklich von existentieller Wichtigkeit. Diesmal sollten wir nicht mehr in der alt-"bewährten" Strategie verhaften bleiben: "irgendwie wird's schon gehen", mit dieser haben wir uns genau hierher gebracht. Diesmal sollten wir uns tunlichst auf die sichere Seite begeben, denn solange auch nur die Chance besteht, dass es die Politik vergeigt, spielen wir mit dem Überleben richtig Vieler. Was bleibt zu tun? "SELBER SCHAUEN", dieser zweite Spot unserer Anzeigen hat eine zweite Bedeutung: "was kann ICH tun?". Sicher eine Menge, und plötzlich ist eine alte Tugend wieder aktuell. Ich kann ein Leben führen, das ich vor mir selbst verantworten kann, verbunden mit der Hoffnung, damit zur Nachahmung anzuregen und so Ungeahntes anzuschieben. Wenn die Politik hierzulande es immer noch scheut zu gestehen, dass Energieeffizienz alleine nicht mehr ausreicht und Verzicht auf Energieverbrauch unumgänglich ist: Dann lasst uns eben von alleine damit beginnen: mit dem Verzichten. Und wo? Die hiesige Mobilität schluckt angeblich "nur" knapp 1/4 des Energiekuchens. Unterschlagen wird dabei stets der Anteil des industriellen Verbrauchs für die Herstellung der Mobile. Den eingerechnet sind wir eben doch bei der Hälfte von allem. Also eignet sich für uns - global gedacht, lokal gehandelt - als effektive Erstmaßnahme der Autoverzicht bestens. Diese Einsicht bei Ihnen zu festigen, ist das erste Ziel dieses Textes. Die Autofreiheit muss garnicht so weh tun, sie wird sogar neue Freuden bringen. Wer sie ohne unser Rad wagt und durchhält, genießt unsere Hochachtung. Mit einem Radnabel geht's allerdings leichter, das wissen wir aus langem Selbstversuch und aus dem Feedback vieler glücklicher Kunden. Dabei kann dann doch wieder so etwas wie Genuss aufkommen. Sie dafür zu interessieren ist natürlich eigentliches Ziel dieses Textes. Schauen Sie sich - nach der Lektüre der besagten fettgedruckten Dauernews "!seit Sommer 2006!" - hier um. Die Texte außerhalb dieses Newsblocks - der zT recht Privates enthält - sind bewusst sachlich gehalten, kompakt, eher technisch und vielleicht nicht jedem sofort voll verständlich. Und doch meinen wir, die Details sprechen für ihn, den atl, den Alltags-Lieger.
!seit Sommer 2006! Fette Dauer-news mit Langzeitgültigkeit: Lange danach gesucht, neulich endlich geschenkt bekommen mit Widmung zum 20-Jährigen (news vom 22.06.2006): das neue Buch der Bücher, die Bibel nicht nur der Radnabel-Sekte und anderer Autofreier. Hatte schon länger erwogen, ob ich nicht besser statt immer noch (scheinbar) anachronistisch hierzulande teure Fahrräder zu bauen besser hätte ebendieses Buch schreiben sollen. Nochmal drumrum gekommen, und Richard Heinberg, Kanadier, Journalist, Sachbuchautor, Musiker, Professor, kann's eh viel besser. Ist als interessierter Soziologe sozusagen vom Fach und hat von da aus konsequent weitergedacht. Hat so zu den richtigen Fragen gefunden und sich große Mühe gemacht, die gefundenen Antworten darzulegen und daraus die auf der Hand liegenden Konsequenzen herauszuarbeiten. Heinbergs Buch "THE PARTY's OVER" Untertitel: Das Ende der Ölvorräte und die Zukunft der industrialisierten Welt (Deutsche Fassung: Riemann Verlag München ISBN 3-570-50059-4) liest sich für mich wie 450 Seiten Werbung für unsere Räder. Und doch öffnen sich auch mir, den dieses Thema tagtäglich berufsbedingt begleitet, alle paar Seiten die Augen. So z.B., wenn er zunächst ganz allgemein erörtert, welche Bedeutung Energieflüsse in Ökosystemen haben. Oder, wenn er später den Zusammenhang von Verfügbarkeit von Energie und dem Entstehen und Zusammenbrechen von Großmächten untersucht. So arbeitet sich Heinberg über Grundlagen und Erdgeschichte allmählich zur Kernaussage seines Buches vor: Wir erleben ja zur Zeit diese "unerklärliche" Explosion der Ölpreise (2002 war der nochmal unter 20$ / Barrel, nun, Mitte 2006 sind wir erstmals bei über 80$ /Barrel). Heinberg lässt hier die "Kassandras" zu Wort kommen, jene, welche dem Trojanischen Vorbild gleich die Wahrheit vorhersagen, aber nicht gehört werden. Es sind v.A. abtrünnige, ehemalige Öl-Manager, die das Lügen satt haben. Sie verkünden hier: Wir erleben in diesen Jahren die historische Phase des Allzeit-Höchstförderung von Öl. Soviel wie jetzt wurde nie gefördert, aber mehr wird's ab sofort nie mehr (glücklicherweise, sag' ich). Nein, die Öl-Förderkurve wird nun noch 'ne Weile auf diesem hohen Niveau dümpeln und danach in zunehmendem Maß nach unten zeigen. Das hat diese Ursachen: Schon lange werden nicht mehr wirklich bedeutende neue Ölfelder entdeckt. Die Suchmethoden sind längst so perfekt, dass da nix mehr verborgen bleibt. Die großen Ölfelder sind meist schon soweit erschöpft, dass das Fördern des Restöls immer aufwendiger, auch energieaufwendiger wird (hier muss ich nun - vielleicht etwas ungeschickt platziert - einen Kernbegriff des Buchs einführen, den EROEI = Energy Return on Enery In, also den Quotienten aus der rausgebrachten Energiemenge durch die dafür eingesetzte). Gleichzeitig steigt nun aber die Öl-Nachfrage erst noch stetig weiter. Angebot- und Nachfragekurve schneiden sich, zum ersten Mal kriegen welche kein Öl mehr ab. Wirtschaft reagiert auf sowas höchst empfindlich. Da erwarten uns bereits in den nächsten Jahren einmal mehr Umwälzungen, die man angeblich nicht vorhersehen konnte (haahaa, gähn, sag' ich). Und was nun? Heinberg untersucht im Folgenden eine nach der anderen die Alternativen zum Öl. Die meisten - Kernkraft, Kohle, Fotovoltaik, usw. - kommen dabei schlecht weg, besser allenfalls die Windkraft. Das alles hat wiederum mit dem EROEI zu tun: Wie soll man denn Energie, die eh schon fehlt, abziehen, um sie zur Erschließung anderer Energieträger zu verwenden? Also: Chance verpasst, schade. Unser derzeitiger Lebensstandard wird sich von selbst erledigen. Woran lag's? Ja, man hätt' halt frühzeitig doch verzichten sollen und die dadurch ersparte Energie schon früher und viel massenweiser in die Regenerativen stecken sollen. Man merkt's wohl: da ist einer sauer, jawoll: Unsereiner fühlt sich seit Jahren betrogen, nicht nur um die gebührende Wertschätzung, sondern handfest um's Materielle. Man stelle sich mal vor, eine Regierung hätte die Chuzpe gehabt: "Wir brauchen beim Umstieg auf regenerative Energiequellen - die mit Fördergeld zunächst richtigerweise gepäppelt werden - eben doch auch Verzichtsleistung als flankierende Maßnahme. Und drum fördern wir auch Technologien die das Verzichten erleichtern". Nun, wer will wegdiskutieren, dass am sofortesten, schmerzlosesten und in nirgend sonst möglicher Größenordnung bei der Motor-Mobilität zu verzichten wäre. Wenn man also auch die Muskelkraftfahrzeuge-Technologie gepäppelt hätte - man stelle sich mal vor, man hätte 10.000 Ingenieure jahrelang am atl weiterentwickeln lassen: Wie tät' der dann aussehen, wie billig wäre der jetzt?? Nun gut, jetzt haben wir den Salat. Bei Heinberg geht's nach der verpassten Chance weiter mit dem Abstieg, dem Zusammenbruch. Natürlich können Prognosen da nur noch vage sein. Jedenfalls macht's, diesen Abschnitt seines Buches zu lesen, wirklich keinen Spaß. Es wird letztlich die Masse Energie fehlen, um im Haber-Bosch-Verfahren - der wichtigsten Erfindung des 20. Jh., wie Heinberg schreibt - den Luftstickstoff zu binden und den Böden wieder zuzuführen. Damit wird die Weltbevölkerung von jetzt gut 6 Mrd. schrumpfen müssen, Größenordnung: um zwei Drittel in 100 Jahren, wie auch immer. Jedenfalls leistet es nicht friedlichem Schrumpfen Vorschub, wenn unsere tolle Regierung jetzt wieder Kinderkrieg-Förderung betreibt, um ihr vergleichsweise mickriges Rentenproblemchen kurzfristig zu lösen. Noch zum "(scheinbar) anachronistisch hierzulande teure Fahrräder...": Das mit der unsäglich segensreichen Globalisierung gibt sich dann eh von selber mangels Triebkraft. Solange wird hier weitergekämpft. Also, kaufts's, lests's, tut's Buße. Oder: kaufts'n atl, denn ab sofort gibt's unsre Bibel gratis dazu!
22.06.2006 Nach langer Pause eine neue Verlautbarung. Waren wieder in Winter-Arbeitsklausur, welche sich diesmal auch übers gesamte Frühjahr erstreckte und nun auch noch den Sommeranfang überdauert. Aber das Ziel ist knapp erreicht: die ersten falter der neuen Generation waren draußen noch vor Frühjahrsende. Die nächsten Wochen geht's jetzt wieder Schlag auf Schlag. Außer arbeitsreich war die lange Zeit nicht viel. Um die Jahreswende habe ich die letzten Wochen mit Ralf noch einmal intensiv nacherlebt und erst da richtig gemerkt, wie sehr er mir fehlt (inzwischen bin ich in einer Phase angekommen, wo ich mich dagegen auflehne, dass mir die Erinnerungen schleichend abhanden kommen). Noch ein Ereignis haben wir im Stillen gebührend gefeiert, das 20-Jährige der Firma am 5. Mai. Da kann man schon ein bissle stolz drauf sein. Was hat man da nicht schon an Luftblasen überlebt in den zwei Jahrzehnten. Und wie haben wir's gefeiert: logo, mit einer Radtour. Zusammen mit der Kundschaft und Freunden - zwischen 20 und 30 in wechselnder Besetzung inkl. Kind und Opa - ging's ab Werkstatt für drei Tage in den Schwarzwald. Haben uns stets oben orientiert, fernab von allem Urbanen. War ein Experiment, ein vollauf gelungenes, eine entspannte Genießertour. Hab's schwer genossen. Machen wir mal wieder. Hier sind ein paar Bilder versteckt.
09.11.2005 Juhui, Entwarnung, er ist wieder da, der Cheflieger (siehe letzte News eins tiefer)! Sie war vorhin leibhaftig hier, um ihre Zerknirschtheit zu bekunden, die Sünderin. Damit ihr Berlin-Besuch hier mobil war, hatte sie für ihn das Chefrad geliehen. Wollte es längst zurückgebracht haben, und mein Hirn hatte es als zurückgebracht abgelegt - das Alter? Hauptsache wieder da. Dieser Berlin-Besucher ist insofern bemerkenswert, da er vor kurzem nicht unwesentlich daran beteiligt war, dass Hans Christian Ströbele sein Grünen-Direktmandat verteidigen konnte. Er war vom Lieger nicht wenig angetan und wird´s wohl seinem Chef berichtet haben. Solche Begegnungen machen ein wenig stolz: man hat das Gefühl, halbwegs direkt dran zu sein am Weltgeschehen. Eine Frage blieb in der letzten News offen: Warum fährt der Chef seinen falter nicht auch im Winter, ist der da doch nicht so geeignet? Nun, der Chef weiß es einfach nicht, kann sich nicht immer das Neueste leisten, fährt drum im siebten Jahr den heiligen falter-Prototyp. Und der wird ja wohl mal von mehr Menschen genauer angekukt werden - im Museum - als je Zeitgenossen sich den Chef zu dessen Lebzeiten näher angesehen haben werden. An diesen Heiligen darf also kein Salz dran, und so fährt der Chef im Winter eben seinen guten alten Chef-klassik. Und so kann er bisher nicht wissen, wie sich ein falter im Winter fährt. Er weiß nur, dass er in salzfreien Zeiten sich mit dem falter sauwohl fühlt in allen dann möglichen Lebenslagen.
06.11.2005 Das ist nun die Konsequenz, wenn man zuviel hat: man verliert den Überblick und merkt erst mal garnicht, wenn was fehlt. Wo ist der Chef-klassik-atl geblieben? Seit´s den falter gibt, den neuen Liebling, war er fast nur noch Winterrad und stand sommers oft im Weg, wurde drum meist über´n Tag mit allen anderen Übriggebliebenen vor die Werkstatttür gestellt. Vor ungefähr zehn Tagen hab´ich´s dann bemerkt: an seiner Stelle war´s merkwürdig leer. Wo ist der eigentlich, mein guter alter klassik? Ist er verliehen, wie so oft - mir fiel niemand ein. Hat ihn sich jemand geschnappt, der hier Zugang hat - von den Infragekommenden hat ihn nienand gemopst. Er muss wohl WEG SEIN! Bleibt dieser Fahndungs-Nachruf: Sollte jemandem ein klassik in ozeanblau (meergrün) begegnen, schaut doch mal auf die Rahmennummer 960700 unterm Tretlager. Besondere Kennzeichen: 1) da ist der wertvolle Prototyp des klassik-Faltsitzes mit den Hasenöhrchenlehnen drauf. 2) er hat das TA-68-Zähne-Angeber-Kettenblatt. 3) er hat die gute alte 92/93-Ausstattung, die immer noch funktioniert, weil wir hier an der Quelle zur "Müllverwertung" sind. Schade, dieses Rad hatte den Ruf, am allerbesten zu laufen (logo: Chef-Lieger) und hat als langer Test-klassik so manchen Kunden akquiriert. Hätte ihn, den Vernachlässigten, saugerne wieder, jetzt, wo seine Winter-Einsatzzeit bald begänne. Nachtrag: Hier mal alle inzwischen vermissten atls:

900501
910308
910317
920705
920714
930119
930149
960700
19.06.2005 Wenn Sie nun diesertage hier gelandet sind, gehören Sie wahrscheinlich zu denen, die unserer Seitenaufrufstatistik jetzt mal wieder eine Delle nach oben bescheren. Und Sie landen hier, trotz dem, dass Sie in der "Radwelt" (3/05 Seite 35) den Artikel über den falter gelesen haben. - Spaß beiseite, der ist gar nicht so daneben ausgefallen wie befürchtet. Man muss schon dankbar sein, heutzutage für sowas eine halbe Seite zu bekommen. Übrigens, es ist kein Geld geflossen, und es wurden keine Nachfolge-Werbeanzeigen in Aussicht gestellt. Aber, als vor zwölf Jahren unser klassik hoch gelobt wurde, tat man das noch auf vier eng beschriebenen Seiten. Immerhin, im Gegensatz zu dem, was letztes Jahr in "Aktiv Radfahren" über den falter stand, ist diesmal das Meiste auch korrekt. Dass da gleich zu Beginn unser "Anspruch" thematisiert ist, erfreut uns (das zieht sich hier in den benachbarten Seiten durch als roter Faden). Leider fehlt dann doch zweierlei: Erst mal: Ein Bild vom Faltknäuel, aber das gibt´s hier auf der falter-Seite. Vor allem aber fehlt komplett die zweite Hälfte: Die Verkleidung. Die ist alles andere als unwesentlich. Denn die erst verleiht dem Rad seine Allroundtauglichkeit, macht es bei jedem Wetter und ganzjährig verwendbar. Dann erst geht´s wirklich ohne Auto, DAS ist unser "Anspruch". Natürlich muss in jedem Test auch was kritisiert werden. Leider ist das mit schöner Regelmäßigkeit stets dasselbe: Das mutmaßliche Lenker-Knie-Kollisionsproblem. Es ist schon ein bissle lästig, immer wieder darauf eingehen zu müssen. Es ist das typische Anfängerproblem, fast alle Neu-Probefahrer haben da erst mal Schwierigkeiten. Wenn sie dann ein paar Stunden Gewöhnung haben, ist es gegessen. Wie sonst könnten wir sechzehn Jahre lang unsere Räder so bauen, wenn da wirklich ein Problem wäre? Unsere Lenkgeometrie IST ausgefuxt! Ich glaube, selbst im Suff fahre ich Ihnen einen 2m-Radius-Kringel. Solche Radien gehen sowieso nur im Lauftempo. Dann darf man doch auch die Füße von den Pedalen nehmen, auf die Fahrbahn stellen und sitzend "gehen". Dass dies geht, ist doch gerade ein Vorteil unserer Räder. Und sie sind - wenigstens unbeladen - einfach am Lenker angehoben ausbalanciert, und wegen des tiefen Durchstiegs KÖNNEN sie einfach über dem Rad stehend auf der Stelle gewendet werden, MÜSSEN aber nicht. Nun, leider erreichen die Profitester der Radzeitungen aus Zeitgründen nie diese Gewöhnungsreife. Es ist schon blöd, dass sich so ein Vorurteil nach mehreren Testberichten dann manifestiert. Andererseits: Wir können doch damit leben, wenn es sonst nichts Kritisierbares gibt, und der einzige Kritikpunkt garkeiner ist.
30.04.2005 Und das brachte die diesjährige Spezi dann auch noch. Alljährlich wird unter Zeitnot in der Woche zuvor die aktuelle Ausgabe der Prospekte zusammengeflickt. Unser Messemotto dieses Jahr lautete: "NICHTS NEUES, längst perfekt". So gab es dieses Mal Änderungen fast nur in den Preislisten. Die waren allerdings überfällig. Beim klassik haben wir die Preiserhöhung moderat gehalten. Bei den Verkleidungen hatte es in den zwölf Jahren, seit wir die bauen, nie eine Anpassung gegeben. Deshalb darf die Erhöhung hier schon auffallen. Und beim Falter - das steht in der News vom 20.02.2005 bereits - war eine deutliche Annäherung an unseren tatsächlichen Aufwand notwendig. Natürlich macht man sich so seine Gedanken, ob man mit solchen Preisen noch zeitgemäß ist, wenn die potentiellen Kunden erschreckend schnell verarmt werden (die, bei denen unser Geld landet, fallen ja per se wegen Skrupellosigkeit als Anwärter auf ein autofreies Leben aus). Und doch kann man so hochpreisige Räder nach wie vor guten Gewissens anbieten, denn sie funktionieren. Der atl war von vorn herein als Allrounder konzipiert: nur ein einziges Rad für alle Anwendungen, rasch den verschiedenen Gebrauchssituationen anpassbar, der treue Begleiter in allen Lebenslagen. Man gibt einmal unverschämt viel aus und hat dann ziemlich Ruhe. Bei manchen rückt erst mit so einem Rad ein autofreier Alltag in den Bereich der Zumutbarkeit. Und unsere Vielradler-Kunden sind schnell bei km-Preisen unter 10 Cent angekommen. Ganz stolz sind wir auf unsere Hartz4-Kundschaft. Da gibt´s erstaunliche Existenzen mit erfrischend unüblichen Wertungen. Man ernährt sich kostenlos von dem was beim Vortages-Halbpreisbäcker am zweiten Abend immer noch übrig ist, lebt fast mietfrei im zugigen Gartenhäusle, aber man leistet sich gleich zwei atls! Der Trend geht sowieso zum Zweit-atl, seit´s die falter gibt. Und man munkelt auch schon, diese Räder zu besitzen, sei eine sichere Wertanlage.
22.04.2005 HABEMUS DYNAMEM - oder so ähnlich! Während sich der Rest der Tübinger an einem Papst ergötzt, der in den Sechzigern hier mit dem Radl durchs Städtle fuhr, wird bei uns hurtig eingespeicht und tags darauf in Germersheim (die SPEZI, Spezialradmesse, alljährlich am letzten Aprilwochenende, unser Jahresauftritt) eine Weltneuheit präsentiert. Just in time - wie verabredet - hatte unser befreundeter Nachbar den Prototypen unserer Wunschkomponente Nr1 fertig: den kleinen Spezial SON-Nabendynamo, an dem die I-Brake der Srams angeflanscht wird. Da sind wir nun endlich, das Vorderrad betreffend, wunschlos glücklich. Lange hat´s gedauert. Vor 10 Jahren musste ich anfangen - damals noch bei Sachs - zu nerven. Die hatten gerade den Kahlschlag bei ihren guten alten Trommelbremsen eingeleutet, wegen unsportlichen Images, wie sie sagten. Seit damals lag ich regelmäßig den wechselnden Product-Managern in den Ohren und drängte auf die Nachfolge-Nabenbremse hin. So habe ich den Werdegang der I-Brake aus der Ferne stets mitverfolgt, die konstruktiven Irrwege, bis nun wieder eine altbewährte Trommelbremse daraus wurde - mit vielen echten Verbesserungen gegenüber den alten. Die wichtigste: die I-Brake ist nicht in eine Nabe integriert, sie kann statt dessen an allerlei Naben angeflanscht werden. Und da lag es nahe, bei den Schmidts anzuklopfen und so dem I-SON zum Leben zu verhelfen. Davon testen wir jetzt die ersten zwei Prototypen. Bis in drei Monaten soll die erste Serie über die Bühne gehen. Die Bremse macht bis jetzt einen sehr guten Eindruck. Sie ist weich zu dosieren und hat Reserven, locker bis zum Blockieren. Sie ist äußerst preiswert (made in China) und sicher ähnlich langlebig wie ihre Vorgängerinnen.
13.03.2005 Jetzt müssten wir ja wohl bald durch sein: "Mit dem atl durch den Winter" war dieses Jahr ein ausgiebeger und variantenreicher Selbstversuch, und der verlief rundum zufriedenstellend. Ein All-Tags-Lieger muss eben jeden Alltag bewältigen, nur dann ermöglicht er den gänzlichen Autoverzicht, und nur dann kann sich ein so teures Fahrzeug rechnen! Für die Jahreszeit erstaunlich viele Transportfahrten waren zu erledigen: georderte Rahmen zum Sandstrahlen, Galvanisieren und Pulverbeschichten bringen und wieder abholen. All das erledigen wir mit dem Rad, bei jedem Wetter. Es sind Fahrten in die umliegenden Städte: Rottenburg (15km entfernt), Reutlingen (15km) und Pfullingen (20km). Das Transportgut - bis zu drei Rahmensätze - kommt in eine Kiste, die vorn auf die runtergeklappte Frontverkleidung gestellt und verspannt wird. Wenn´s regnet oder schneit, wird die Kiste wasserdicht eingepackt, und der Fahrer stülpt sich das Cape über (im Spektrum hat´s das passende Bild "Transport im Regen"). Variantenreich waren die diesjährigen Winterfahrten in sofern, dass alle erdenklichen "Straßen"-Verhältnisse vorkamen: feste Schneedecke (herrlich), angetaut Matschiges (der wahre Kampf), getautes wieder Gefrohrenes (Vorsicht) oder Schneeverwehungen (da waren einmal 300m zu schieben). Es war aber nie nötig, auf die geräumten Autostraßen auszuweichen, es war zu machen, wie immer die Radwege abseits in einsamer Natur zu benützen. Alles was einem da begegnete, waren Langlaufskifahrer - und ein einziger Mountainbiker. Ich wollte schon denken, na ja, der hat jetzt wohl doch einen kleinen Vorteil - der tiefer sitzende kommt halt schneller in Schräglage, dafür haben wir doch meist die Füße noch rechtzeitig am Boden. Da, kurz bevor wir aneinander vorbeigefahren wären, machte es wutsch, und er lag im Schnee! Das A&O sind natürlich taugliche Winterreifen, die gibt´s längst auch für die 20"-Fraktion mit erstaunlich guten Rolleigenschaften. Ganz selten hätte man sich Spikes gewünscht. Ich bin Anfang Winter mit der entsprechenden Bitte an Schwalbe herangetreten, die betreuen uns Kleine bestens. Und es könnte sein, dass wir bereits nächstes Jahr unsere 20"-Spikesreifen bekommen. Bleibt zu hoffen, dass der nächste kalte Winter nicht wieder ein Jahrzehnt auf sich warten lässt - aber der versiegende Golfstrom wird´s schon richten??
09.03.2005 Habe gestern eine Gewalttour hinter mich gebracht: 14 Stunden im ICE nach Bremen und zurück an einem Tag, natürlich mit falter + delfin im Gepäck. Dort gab´s zwei Stunden Aufenthalt in der "Zentrale der Macht" beim ADFC und der Redaktion ihrer Vereinszeitschrift RADWELT. Unser "Ressortleiter Öffentlichkeitsarbeit" und Hartz4-Null-Euro-Prakti Bodo, hatte die Chefredakteurin Alexandra Kirsch so lange mit Mails und Telefonaten eingedeckt, dass wir nun tatsächlich dort den falter präsentieren durften. Bodo, der falter+tramp-Pendler zwischen TÜ und HH, kam aus der Hansestadt angereist. Ein exquisites Exemplar des falter hatte ich mitgebracht: auf Kundenwunsch haben wir versuchsweise den Rahmen komplett vernickelt und anschließend mit transparentem Pulver beschichtet, sehr technische Optik nur Metall und schwarz, sehr edel: zukunftsverdächtig, auch die Witterungsbeständigkeit betreffend. Frau Kirsch erklärte sich gleich als technisch nicht kompetent und verwies, obwohl die ganze Zeit anwesend, an einen jungen Kollegen, der sich sehr ausführlich alles erklären ließ und gezielt nachfragte. Wenn auch für ihn Liegeräder bisher eher fremd waren, war er doch vom Faltmaß angetan und redete gleich von Fernreisen usw. Da musste ich dann doch mein Sprüchlein loswerden, dass ich es lange müde bin, dass mir die einschlägigen Zeitschriften immer nur mit Freizeit, Genießen, Spaß und Fun kommen. Frau Kirsch meinte nur, Ernstes und Politisches verkaufe sich nicht. Doch muss sie ja garnichts verkaufen, wenn ihre Zeitschrift zunächst mal alle Mitglieder des ADFC automatisch erhalten. Und ich denke doch, ich bin nicht dessen einziges Mitglied, dem an ERNSTEM RADELN gelegen ist. Der ADFC versteht sich ja wohl schon noch als politischer Verein. Warum muss dann die Vereinszeitschrift dieses Freizeit-Image pflegen, das so weit von den Vereinszielen entfernt ist? Ich als einfaches Midglied wäre z.B. letzten Winter beinahe aus dem Verein ausgetreten, als die RADWELT sich folgendes leistete: zum Thema Radfahren im Winter gab´s ein Titelbild mit zwei Mouny-Yuppies, die vermutlich per Heli auf irgendeinem Alpengipfel ausgesetzt waren, und die nach zwei Metern Radeln sich hatten in den Tiefschnee fallen lassen. Der Humor, sowas witzig zu finden, geht mir ab. Na, mal sehen, was da demnächst in der RADWELT über unseren falter steht...
20.02.2005 Wir haben uns schwer getan, wieder reinzufinden in den Werkstattalltag nach dem Innehalten durch Ralfs Tod (siehe die letzte News unten). Eigentlich waren über die Winterzeit einige Neuentwicklungen geplant: der Serien-Faltsitz für den klassik, der als Prototyp seit zwei Jahren existiert, oder einen Vornelenker für vorn auf das Tandem, damit dieses vollends seriös wird. Diese Dinge sind jetzt erst einmal aufgeschoben. Inzwischen haben wir die zweite Serie vom falter gestartet, nachdem die erste komplett verkauft ist. Das heißt leider: wer nun einen falter möchte, muss sich erst mal gedulden. Bis die Neuen fertig sind, wird wohl wieder ein Jahr vergehen. Falter-Interessenten sind ab sofort eingeladen, sich einzuklinken, das Interesse zu bekunden, testzufahren und rechtzeitig zu bestellen. Und, wer bestellt, ist gebeten, dieses neue Produktionsjahr mit sukzessiven Anzahlungen zu begleiten. Denn - das sei den Neuen hier verraten - einen wichtigen Anteil daran, dass es Radnabel immer noch gibt, hat sicher der Umstand, dass wir uns nie auf Banken-Geier eingelassen haben! Statt dessen haben immer schon die Einlagen der Kundschaft die Firma mit am Leben gehalten. Die falter-Nullserie haben wir mit Ach und Krach überstanden - so ein neues Produkt zu stemmen ist ein rechter Gewaltakt. Die Nachkalkulation zeigt, dass wir jeden falter dieser Erstserie mit 500 Euro bezuschusst haben. Dafür mussten die Käufer erst mal ein paar Kinderkrankheiten in Kauf nehmen, die wir nach und nach behoben haben. Die neuen falter werden der Ausgereiftheit ein gutes Stück näher sein, und wir hoffen, bei der Produktion manches geschickter hinzukriegen. Eine Preiserhöhung um ca. 300 Euro ist wohl reell. Wir möchten uns da aber noch nicht festlegen. Wer dringend alsbald einen atl braucht, kann ja vielleicht mit dem klassik vorlieb nehmen. Den gibt es nach wie vor innerhalb von zwei bis drei Wochen in Wunschausstattung.
im Januar 5 Ein gutes Stück ihrer Seele hat die Werkstatt nun verloren. Noch bevor der atl-Prototyp zu Ende geboren war, kam vor 16 Jahren der Ralf, damals gerade 17-jährig, hier hereingeschneit. Ich habe mich gleich in ihn verliebt. Er konnte dies nicht erwidern, konnte aber damit umgehen, weil er "sowas" schon kannte. Wir gewöhnten uns aneinander, und es wurde eine lange, sehr enge Freundschaft daraus, dem Findelkind wurde ich zum Ersatzvater. Ich bin stolz darauf, dass die Werkstatt ihm ab sofort und nun für fast sein halbes Leben zur Ersatzheimat wurde. Er hatte von Geburt an Schlimmes durchgemacht, war unehelich gebohren zur Adoption freigegeben worden, hatte sein erstes Dreivierteljahr ohne Bezugsperson im Bettchen gelegen, bevor ihn die Schumachers in Wiesbaden adoptierten. Sie haben sich danach 13 Jahre lang alle erdenkliche Mühe mit ihm gemacht, und haben letztendlich kapituliert. Es schloss sich seine zweite Heimkariere an, bis zum therapeutischen Segeln im Mittelmeer und der Rund-um-die Uhr-Einzelbetreuung. Ralf blieb nun bei mir und arbeitete fortan in der Werkstatt mit. Er war begnadet geschickt bei der Metallerei, dem Löten, dem Fahrradschrauben. Die Räder wurden sein Ein und Alles, wenn ihn auch modebedingt mehr die Mounties und BMX-Räder faszinierten. Zusammen - es waren noch andere dabei - knüppelten wir die erste atl-Serie durch. Vielleicht war das seine glücklichste Zeit. Nebenher wurde aber auch das Feiern mit seinen Kumpeln wichtig, das tägliche Feierabendbier gab´s immer früher. Der Werkstatt fehlte es leider bald am gebührenden Umsatz, um Mitarbeiter zu halten. Damals erst, vor 10 Jahren, als ich gezwungen war, die Werkstatt alleine weiterzuführen, wurden seine Probleme mit dem Alkohol sichtbar. Und schon damals redete er über seine Todessehnsucht, wir waren also schon lange vorbereitet. Aber ich hatte für mich beschlossen, ich bringe es mit ihm zu Ende, so oder so. Nun hatten wir zusammen immerhin noch ein Jahrzehnt, mit dramatischen Tiefen, aber auch sehr schönen Zeiten. Zwischen langen Absturzphasen hatte er immer wieder ganz klare Zeiten. Bald hatten wir die Vereinbarung, dass er mir die schlimmen Phasen erspart, dann herrschte Funkstille (war das letztendlich mein Fehler?). Oft habe ich den Beginn der klaren Lebensabschnitte auszulösen vermocht, weil ich diese Funkstille nicht länger ertragen habe: Ich musste nur dort auftauchen, wo er sich mit seinen "Kumpels" aufhielt, und am nächsten Morgen kam er mit klarem Kopf zum Werkstattkaffee. Meist wurden daraus gute Wochen, wo wir viel zusammen waren und zusammen gearbeitet haben. Neben dem Radbauen hat er sein künstlerisches Talent entwickelt, er fing an, aus den Metallabfällen phantasievolle Skulpturen zu schweißen. Meistens waren es Menschen, oft sehr abstrakte, auf den zweiten Blick als solche zu erkennen, die er da erschuf, oder die "Weltkugel", hohl, nur die Kontinente, durch feine Drähte zusammengehalten. Einige Kunstwerke hat er verschenkt an die Menschen, die ihm wichtig waren. Die meisten blieben in der Werkstatt, in allen Ecken stehen originale "Ralfs". Trotzdem ging es mit ihm allmählich bergab, er holte sich nach und nach bleibende körperliche Beschädigungen. Der Moment der entgültigen Entscheidung rückte immer näher. Den letzten Schub gab ihm erst vor Kurzem die Ansteckung mit Hepatitis. Als er mir davon berichte, habe ich ihn ein letztes Mal unter Tränen erlebt. Nun hatte er auch dem Heroin, der bisherigen Horrordroge, nicht länger standgehalten. In diesen Tagen haben wir sehr konkret über´s Ende und das Danach geredet. Das ist erst sechs Wochen her. Er hatte da noch einmal gute Wochen, lief nochmal zu alter Form auf, als er für die Werkstatt und damit für mich ein letztes Mal ein kniffliges Vorrichtungsproblem löste. Dann kam sein letzter Absturz. Und ich habe dieses Mal standgehalten: Zum ersten Mal habe ich ihn über die beschissene Weihnachtszeit alleine gelassen. Mein Plan war, ihn danach mit Hochdruck zur anstehenden, sehr schmerzlichen Hepatitis-Therapie zu drängen. Es hätte den bedingungslosen Alkoholverzicht bedeutet. Ein kleiner Wink in diesen Tagen hätte vielleicht auch diesmal genügt, wieder umzusteuern. Für wie lange? Vielleicht für immer! Der Moment der Entscheidung war jetzt da. Ralf hat Neujahr noch überlebt. Am Morgen danach fand man ihn, es war schon zu spät, noch mit der Spritze in der Hand. Als es nur der Alk war, hatte er zu oft einfach nur Glück, dass man ihn immer wieder gerade noch rechtzeitig irgendwo fand. Nun hat er ein einziges Mal Pech gehabt, einmal reicht. Niemand war da. Ich war nicht da! Sicher hast Du schlimme Dinge gedreht. Für die meisten hast Du im Knast gebüst. Und doch hast Du gekämpft um ein anständiges Leben. Für Viele gab es nur den Ralf als Kotzbrocken, die haben Dich wohl nie weinend erlebt und wie Du versucht hast, hart mit Dir zu sein. Was mag es Dich Anstrengung gekostet haben, Dich immer wieder runter zu dosieren. Du hast es immer für Dich behalten. Wir waren uns einig, dass wir an nichts glauben, weil wir uns nicht selber bescheißen wollten. Es blieb die Hoffnung, dass mit dem Ende auch die Leiden ein Ende haben. Ralf, hast Du jetzt Ruhe? Was wäre ich freudig überrascht, wenn wir uns, wie auch immer, noch einmal begegnen. Es war so schön, dass es Dich gab. 10. November 1971 Ralf Paul Schumacher 2. Januar 2005
02.09.2004 Am Sonntag 05.09.04 gibt's Radnabel auf TV. Mal wieder: Zur Volksbelustigung eignet sich so 'ne Firma ja prächtig. Diesmal könnte es aber halbwegs ernst zu nehmen sein. Da gibt's zur besten Sendezeit nach dem Sonntagsbraten um 13.45 auf ARD die Sendung "Bilderbuch Deutschland", diesmal mit einem Tübingen-Portrait. Haben die Ehre, da dabei zu sein. Die Regisseurin hat mich da beim Interviewteil in Verlegenheit gebracht, als sie nochmal genau wissen wollte, wie das denn jetzt zu verstehen sei, dass, kein Blut im Irak für's Restöl opfern zu müssen, andererseits bedeutet, dann nimmer Auto zu fahren, und dies der ATL vielen erst ermöglichen könnte. Bei ihren späteren Anrufen zum nachrecherchieren beteuerte sie, dass sie mein Gestammel tatsächlich zu senden gedenkt: Ein Lob auf die Öffentlich Rechtlichen!
03.05.2004 Jetzt ist bei Radnabel "Erntedank": Letzten Freitag unternahmen Bodo und ich die lang gehegte Expedition nach Regensburg. Dort ansässig ist die Redaktion der Zeitschrift "Aktiv Radfahren". Wir reisten an per Bahn mit drei faltern + drei kompletten Verkleidungen + Zelt, Isomatten und Schlafsäcken. Bei der Redaktion wurden wir sehr herzlich aufgenommen. Der Chef-Redakteur, Daniel Fikuart, kümmerte sich persönlich um uns und war sehr angetan vom falter, sein Fotograf machte gleich ausführlich Aufnahmen vom roten Erstling in allen Faltstadien. Unser gelber Prototyp ist nun erstmal dort zum Test. Wir haben Grund zur Hoffnung auf eine gute Besprechung in einer der nächsten Ausgaben der "Aktiv Radfahren". Tip: mal reinschauen! Anschließend gab's eine Bilderbuch-Mai-Tour vor Ort, die uns Daniel Fikuart vorschlug, durch Naab- und Vilstal nach Neumarkt, der Stadt der legendären Express-Räder und weiter am Ludwig-Main-Donau-Kanal bis zum Altmühltal und dieses weit aufwärs, bis wir uns irgendwann in den Zug zurück setzen mussten. Unsere Allwetterverkleidungen waren einen halben Tag lang von großem Nutzen!
25.04.2004 Von der "Spezi 2004", der Spezialradmesse in Germersheim, die dort jedes Jahr am letzten Aprilwochenende stattfindet, kehren wir dieses Jahr recht zufrieden heim. Diese Messe ist unser Jahresauftritt, wo wir einem Fachpublikum begegnen. Letztes Jahr haben wir wohl die Messebesucher mit unserer "Bildertapete" über den gesamten Standhintergrund überfordert. Zeigen wollten wir dabei das große Einsatzspektrum der atls, Fahren im Regen, im Schnee, mit großer Ladung, auf Reise... Nur Wenige machten sich die Mühe, diese Vielfalt zu erfassen. Dieses Jahr gab's nur einen frechen Spruch, riesengroß: " No comment see the details ". Dazu erstmals ein Podest, auf dem der rote erste Serienfalter gefaltet tronte, den fahrbereiten gelben Prototypen zu seinen Füßen, und darüber stand "Sieger des Faltliegerwettbewerbs 2002". Wir hatten dieses Mal durchgehend Gespräche mit Interessierten, und die Zeit verging im Fluge. Danke vor allem an Jens und Ewald für die prima Mithilfe.
25.04.2004 Während der "Spezi 2004" fand dieses Jahr ein zweiter Faltliegerwettbewerb statt (2002 ging der erste klar an unseren falter). Dagegen habe ich mich im Vorfeld heftig gewandt, da mir die Wettbewerbskriterien nicht einleuchtend waren: gewertet wurden dieses Mal nur die Faltzeit, das Faltmaß und das Gewicht. Ob und wie die Konstrukte fahrbar sind, spielte keine Rolle, ganz zu schweigen von einer umfassenden Alltagstauglichkeit, wie sie der atl-falter bietet. Bis zuletzt habe ich mir die Teilnahme offengehalten und dann doch beschlossen, die Gelegenheit zu nutzen, unseren falter erneut zu präsentieren. Nun, einen solchen Wettbewerb kann unser falter nicht gewinnen. Aber, unter solchen Bedingungen dennoch den Dritten zu machen, gereicht dem falter zur Ehre! Dokumentiert sind nun seine Faltzeiten von 35s fürs Einfalten und 30s fürs Auffalten. Nächstes Jahr gibt's vielleicht ein Spruchband auf unserem Messestand: "Verlierer des Faltliegerwettbewerbs 2004". Wer uns darauf anspricht, kann sich unsere detailierten Ansichten zu diesem Wettbewerb anhören...
16.04.2004 So, nach Winter-Abtauchen und Produktionsklausur war heute endlich der Stapellauf des allerersten Serien-falters. Der knallrote Kerl gleicht seinem Vorgänger, dem knallgelben letzten Prototypen fast vollständig. Auch er erhielt die Topausstattung mit der Speedhub und dem bewährten Vollkettenschutz. Lediglich kleine, aber für die Faltzeit wesentliche Neuerungen hat es gegeben. Und gebaut ist er nun erstmals unter Serienbedingungen. Die restlichen Exemplare dieser Vorserie gehen nun wohl wie's Brezelbacken. Ein Großteil ist ja längst bestellt. Und ich sage hier mal meinen Kunden einen dicken Dank für's Begleiten - das Vorfinanzieren - dieses Kraftaktes, ein neues Produkt zu stemmen.
23.11.2003 Komme eben heim von der Eröffnungszeremonie einer Dauerausstellung in unserem Tübinger Stadtmuseum. War als Ehrengast geladen, denn da ist nun ein recht dynamisches Bild von mir zu sehen auf dem falter vor unserer Werkstatt. Besonders ehrt mich, dass genau dieses Bild den vorläufigen Schlusspunkt bildet einer Entwicklungsgeschichte unserer Stadt. Im Begleittext zum Bild haben die Macher auch noch den Introtext unseres Klassik-Prospekts (und der Klassik-Internetseite) zitiert: Autofreiheit als Konsequenz von Umwelt- und Energiedebatten. Zu denken gibt mir jetzt schon, dass ich wahrscheinlich der einzige dort ausgestellte bin, der noch quicklebendig ist!
18.11.2003 So, hallo!
Wer das jetzt heute liest, ist wohl eine(r) der ersten, die meinen ersten erfolgreichen Versuch, eine News reinzubasteln, bestätigen können. Dieter Bruno Baumann

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